Kirschfruchtfliege

Kirschfruchtfliegenlarve in einer KirscheBild vergrößern
Kirschfruchtfliegenlarve in einer Kirsche


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Kirschfruchtfliege


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Kirschfruchtfliegenfalle


Schadbild:

Bei den weißen, bis zu 6 mm langen Maden, die in reifen Kirschen zu finden sind, handelt es sich um Larven der Kirschfruchtfliege. Befallen werden vor allem mittelspäte und späte Süßkirschensorten. Sauerkirschen sowie frühe Süßkirschensorten (bis 4. Kirschwoche) sind kaum betroffen.

Erste Anzeichen eines Befalls zeigen sich an heranreifenden Früchten durch einen braunen, eingesunkenen Fleck neben dem Fruchtstiel. Außerdem wird das Fruchtfleisch im Bereich des Steins später weich. Nahe des Steins ist darüber hinaus auch die weiße Made (Larve) zu finden.

Schaderreger:

Die Kirschfruchtfliege (Rhagoletis cerasi) schlüpft von Mitte Mai bis Ende Juni aus Puppen, die in der oberen Bodenschicht den Winter überdauert haben. Nach einem „Reifungsfraß“ legen die weiblichen Fliegen dann ihre Eier in die Kirschfrüchte ab. Dies findet statt, wenn sich die Kirschen von grün nach gelb verfärben. Die schlüpfende Larve bohrt sich anschließend bis zum Kirschstein vor. Nach etwa drei Wochen verlassen die Larven die inzwischen reifen Kirschfrüchte und wandern in den Boden ab, um dort später als Tönnchenpuppe zu überwintern.

Gegenmaßnahmen:

Befallene Früchte sollten auf jeden Fall abgepflückt bzw. aufgesammelt und vernichtet werden. Hierdurch lässt sich die Überdauerung der Larven und Puppen im Boden zumindest teilweise verhindern. Eine direkte Bekämpfung mit Insektiziden ist nicht möglich, da für diese Anwendung derzeit keine entsprechenden Präparate zugelassen sind.

Zusätzlich können zum Abfangen von erwachsenen Kirschfruchtfliegen gelbe Leimtafeln eingesetzt werden. Die Tafeln sind auf der Südseite der Kirschbäume im oberen Bereich aufzuhängen, sobald sich die Früchte gelb färben. Kleinkronige Kirschbäume lassen sich eventuell mit engmaschigen Kulturschutznetzen vor Befall schützen. Seit einigen Jahren wird außerdem der Einsatz von nützlichen (parasitischen) Nematoden erprobt, um die im Boden befindlichen Larven (Maden) der Kirschfruchtfliege abzutöten.


Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Pflanzenschutzdienst
Nevinghoff 40, 48147 Münster
 
Die auf den Packungen angegebenen Anwendungsvorschriften müssen sorgfältig eingehalten werden.

Autor: Andreas Vietmeier