Schäden an Lebensbäumen

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Lebensbäume reagieren empfindlich auf Trockenheit im Sommer oder durch Frost. Es kommt zur Verbräunung der Nadeln und zum Vertrocknen ganzer Triebe

Lebensbäume (Thuja-Arten) gehören in unseren Gärten zu den am häufigsten verwendeten Heckenpflanzen. Diese immergrünen Nadelgehölze gelten allgemein als unkompliziert, pflegeleicht und preiswert. Doch in den letzten Jahren treten bei ihnen vermehrt Schäden auf, die sich durch Braunverfärbungen oder sogar dem Absterben ganzer Pflanzen und Hecken äußern. Neben Thuja zeigt auch die Bastard-Zypresse (x Cupressocyparis leylandii) häufig derartige Schadsymptome. Die Gründe für die Schäden können ganz unterschiedlich sein. Manchmal sind die Schäden auch auf mehrere Schadfaktoren gleichzeitig zurückzuführen. Um zu verstehen, warum die Gehölze leiden, muss man ihre Bedürfnisse und ihre Ansprüche an den Standort kennen. Die natürlichen Gegebenheiten in ihrem Herkunftsgebiet geben Aufschluss über die Standortbedingungen, unter denen sie am besten gedeihen.

Herkunft und Standortansprüche

Der Abendländische Lebensbaum, Thuja occidentalis, kommt natürlicherweise in den Sumpf- und Moorwäldern des nordöstlichen Nordamerika vor. Er kann dort bis zu 400 Jahre alt und über 20 m hoch werden. In seiner Heimat herrscht ein Kühl-gemäßigtes Klima mit hohen Jahresniederschlägen von mehr als 1000 mm/m² und hoher Luftfeuchtigkeit. Im Vergleich dazu liegen z. B. in Nordrhein-Westfalen die durchschnittlichen Jahresniederschläge bei ca. 800 mm/m², mit regionalen Unterschieden zwischen 500 mm/m² in der Köln-Aachener Bucht und 1200 mm/m² im Hochsauerland. Das fein verzweigte Wurzelwerk des Lebensbaumes verläuft sehr flach und oberflächennah. Es reagiert äußerst empfindlich auf Bodentrockenheit. Obwohl Lebensbäume, wie die meisten anderen Nadelgehölze auch, eine höhere Luftfeuchtigkeit bevorzugen, kommen sie auch mit trockenerer Luft zurecht, wenn der Boden feucht genug ist. Optimal wächst Thuja occidentalis in feuchten, nährstoffreichen Böden.

Die Bastard-Zypresse (x Cupressocyparis leylandii) gilt als ein robustes, wüchsiges Gehölz, das sommerliche Trockenheit gut verträgt. Aber auch dieser Nadelbaum gedeiht auf nährstoffreichen und ausreichend feuchten Böden am besten. Die aus England stammende, goldgelbe Sorte x Cupressocyparis leylandii ’ Castlewellan Gold’ ist empfindlicher als die grüne Form.

Nichtparasitäre Schadursachen

In den meisten Fällen sind die Schäden an Lebensbäumen auf nichtparasitäre Ursachen zurückzuführen. So leiden während längerer Trockenphasen, wie sie seit einigen Jahren regelmäßig vorkommen, sowohl junge, frisch gepflanzte als auch ältere Lebensbäume sehr stark unter Wassermangel. Es kommt zur Verbräunung der Nadeln und zum Vertrocknen von Trieben und ganzen Pflanzen. Um dies zu vermeiden, müssen Lebensbäume während trockener Witterungsperioden ausreichend bewässert werden. Dies kann zum Beispiel über in den Boden eingegrabene Dränagerohre oder mit Hilfe einer Tropfbewässerung erfolgen.

Auch im Winter besteht während längerer Frostperioden die Gefahr, dass die Gehölze austrocknen. Denn die immergrünen Pflanzen verdunsten auch im Winter Wasser über ihre Nadeln. Wenn dann aus dem gefrorenen Boden kein Wasser nachgeliefert werden kann, kommt es zu Trockenschäden - der sogenannten Frosttrocknis. Daher müssen immergrüne Gehölze im Winter während frostfreier Perioden mit Wasser versorgt werden, damit sie nicht vertrocknen! Falls der Herbst trocken war, sollte auch schon vor dem Einsetzen der Winterwitterung ausreichend gewässert werden.

Ebenso wie die Blätter der Laubgehölze unterliegen auch die Nadeln und Schuppenblätter der Nadelgehölze einem Alterungsprozess. Anders als die Laubgehölze stoßen die Immergrünen ihre alten Nadeln aber nicht auf einmal ab: Bei ihnen werden ältere und im inneren Bereich wachsende Triebspitzen und Nadeln meist erst im Spätsommer abgeworfen. Starke Schwankungen im Witterungsablauf und bei der Bodenfeuchte können die Erscheinung auch schon vorzeitig und verstärkt hervorrufen. Denn extreme Trockenperioden oder zu hohe Niederschläge führen zu Schäden an den feinen Haarwurzeln. Die Wasser- und Nährstoffnahme werden behindert und es kann zu einer nichtparasitären Nadelbräune kommen.

Krankheiten und Schädlinge

Nadelverbräunungen bei Nadelgehölzen wie dem Lebensbaum können außer durch nichtparasitäre Schadfaktoren auch durch Krankheiten und Schädlinge verursacht werden.

Der Pilz Kabatina thujae zum Beispiel ruft ein Trieb- und Zweigsterben hervor. Wenn vor allem im Frühjahr einzelne Triebspitzen oder Zweige verbräunen und absterben und sich darauf kleine schwarze Sporenlager zeigen, ist das ein Hinweis auf diesen Krankheitserreger. Eine genaue Diagnose ist allerdings nur anhand einer Laboruntersuchung möglich. Eine weitere Pilzkrankheit ist die Nadelbräune Didymascella thujina. Sie ruft ein ähnlich aussehendes Schadbild hervor. Kranke Triebe sollten beim Auftreten von Nadelkrankheiten bis ins gesunde Holz zurückgeschnitten werden. Geschwächte Pflanzen sind besonders anfällig. Daher ist ein guter Standort (keine Staunässe, keine extreme Trockenheit, optimale Ernährung) die beste Vorbeugung vor einem Befall.

Das Absterben größerer Zweige oder ganzer Pflanzen kann durch den bodenbürtigen Pilz Phytophthora cinnamomi hervorgerufen werden. Dieser Krankheitserreger kommt vor allem in verdichteten, staunassen Böden vor und löst eine Wurzel- und Stammfäulnis aus. Eine gute Bodenvorbereitung und -lockerung bereits bei der Pflanzung schützt die Gehölze vor diesem Pilz.

Ein weiterer Pilz, der häufig auf absterbenden Zweigen und Nadeln festgestellt wird, ist der Pilz Pestalotia funerea. Die Triebspitzen der betroffenen Gehölze sind grau. Pestalotia funerea ist allerdings kein Schadpilz, der direkte Schäden verursacht, sondern ein sogenannter Schwächeparasit. Der Pilz ist vor allem an den Nadeln von Gehölzen nachweisbar, die durch andere Schadfaktoren vorgeschädigt sind. Auch hier ist eine gute Versorgung und Pflege der Pflanzen die beste Vorbeugung.

Wenn ganze Bäume langsam, manche auch sehr rasch absterben, dann kann dies auf einen Hallimasch-Befall zurückzuführen sein. Der Pilz (Armillaria mellea) breitet sich mit wurzelähnlichen, dunklen Strängen (Rhizomorphen) im Boden aus. Vor allem geschwächte Gehölze werden von ihm befallen. Er dringt in ihre Wurzeln ein und breitet sich mit einem weißen, fächerartigen Pilzgeflecht im lebenden Kambiumgewebe zwischen Rinde und Holz aus. Der Hallimasch ist wenig wählerisch und stellt für zahlreiche Laub- und Nadelholzarten eine Gefahr dar. Befallene Gehölze müssen möglichst mit sämtlichen Wurzeln gerodet werden.

Die Thujaminiermotte Argyresthia thuiella ist ein nur ca. 4 mm langer, weißgelber Schmetterling, der im Juni/Juli seine Eier zwischen den Endschuppen der Triebe ablegt. Die nach zwei bis drei Wochen schlüpfenden Räupchen bohren sich in die Triebe ein und beginnen mit ihrem Minierfraß, der bei Temperaturen über dem Gefrierpunkt auch im Winter anhält. Die befallenen Triebspitzen verfärben sich bräunlich. In ihnen befinden sich mit Kot gefüllte Gänge und bis 3 mm lange, grünliche Raupen. Im Mai verpuppen sich die ausgewachsenen Larven. Die mit Minen durchzogenen, trockenen Triebe fallen zum Teil ab. Mit einem rechtzeitigen Rückschnitt der verfärbten Triebe im Frühjahr kann man den Befall deutlich reduzieren.

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Nach extremen Trockenjahren werden Lebensbäumen gelegentlich von Borkenkäfern befallen

Borkenkäfer der Gattung Phloeosinus treten an Lebensbäumen häufig nach extremen Trockenjahren auf. Vom Herbst bis zum Frühjahr weisen abgestorbene, abknickende Zweige mit kleinen Verdickungen an der Basis auf den Befall hin. An den Brutstätten der Käfer finden sich zahlreiche kleine Bohrlöcher, zum Teil mit Harz- und Bohrmehlaustritt. Betroffene Äste sollten ausgeschnitten, stark befallene Bäume möglichst entfernt werden.

In warmen Jahren kann es an Thuja auch zu Befall mit Baumläusen der Art Cinara cupressivora kommen. Die fast 4 mm großen, bräunlich gefärbten Tiere gehören zu den größten vorkommenden Blattlausarten. Sie saugen in dichten Kolonien an den inneren Trieben der Pflanzen. In den befallenen Bereichen verfärben sich die Zweige bräunlich und ihre Nadeln fallen ab. Auf dem von den Baumläusen ausgeschiedenen Honigtau siedeln sich außerdem Rußtaupilze an, die einen schwarzen Belag auf den betroffenen Pflanzenteilen zurücklassen. Baumläuse können mit Pflanzenschutzmitteln gegen Blattläuse, wie z. B. Neudosan Neu Blattlausfrei oder Schädlingsfrei Neem bekämpft werden.

Als weitere Schädlinge treten an Lebensbaum gelegentlich auch Spinnmilben und Schildläuse auf. Es ist daher grundsätzlich wichtig, die Lebensbäume durch eine gute Wasser- und Nährstoffversorgung zu stärken, damit sie widerstandsfähiger gegenüber Schädlingsbefall sind.