Nmin-Richtwerte Sommerungen 2019

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Die eigene Nmin-Untersuchung gibt besonders in diesem Frühjahr Aufschluss über den Vorrat an mineralischem Bodenstickstoff unter der eigenen Fläche. Foto: Holger Fechner

Die Nmin-Richtwerte für die Sommerungen sind ausgewertet

Tabelle: Nmin-Richtwerte NRW Sommerungen 2019

Bodenart Sommerung Vorfrucht 0-30 cm 30-60 cm 60-90 cm Ʃ 0-90 cm 5-jähriges Mittel
leichter Boden
(S, lS, sU)
Rüben Halm- und Blattfrucht 13 14 15 42 40
Rüben Zwischenfrucht 20 12 8 40 40
Kartoffeln Halm u. Blatt 23 18 13 54 41
Kartoffeln ZF alle 24 13 4 41 41
Mais Halm u. Blatt 16 13 11 40 38
Mais ZF alle 15 11 8 34 34
Sommergetreide alle 17 10 4 31 40
NN**Sommer alle 18 14 12 44 40
mittlerer Boden
(ssl, lU, sL, uL, L)
Rüben Halm- und Blattfrucht 19 16 11 46 49
Rüben ZF abf. 22 17 11 50 57
Rüben ZF w.h. 22 17 11 50 57
Kartoffeln Halm- und Blattfrucht 21 18 18 57 58
Kartoffeln ZF abf. 25 15 7 47 47
Kartoffeln ZF w.h. 18 12 6 36 36
Mais Halm- und Blattfrucht 16 12 11 39 48
Mais ZF abf. 15 12 10 37 49
Mais ZF w.h. 9 7 6 22 22
Sommergetreide alle 17 10 4 31 54
NN* Sommer alle 18 14 12 44 50
schwerer Boden
(utL, tL, T)
Rüben alle 27 17 18 62 60
Kartoffeln alle 21 19 20 60 60
Mais alle 22 25 23 70 60
Sommergetreide alle 28 20 12 60 60
NN** Sommer alle 23 23 21 67 60

*Vorkultur: Blatt = Mais, Kartoffel, Zuckerrübe, Raps; Halm = alle Getreidearten (Drusch);
alle = alle sonstigen Vorkulturen
Gelb hinterlegte Werte müssen in der vorläufigen Düngebedarfsberechnung (DBE) angepasst werden

Nmin-Wert ist Bestandteil bei der schlagspezifischen DBE und gehört zu den Dokumentationspflichten nach DüV

Die Nmin-Richtwerte für die Sommerkulturen im Ackerbau wurden in den letzten Tagen von der Landwirtschaftskammer NRW ausgewertet und werden hiermit offiziell veröffentlicht. Diese Richtwerte können anstelle einer eigenen gezogenen Nmin-Probe für die zu dokumentierende Düngebedarfsermittlung (DBE) nach Düngeverordnung (DüV) herangezogen werden. Die für die DBE verwendeten Nmin-Werte stellen, wie die DBE selber auch, ein Dokument im Rahmen der DüV dar, welches sieben Jahre lang aufbewahrt werden muss und CC-relevant ist. Im Falle einer Düngefachrechtskontrolle oder CC-Prüfung müssen diese Dokumente vorgelegt werden können.

Auch bei DBE für die Sommerungen muss Nmin-Wert aus der Tiefe 0 bis 90 cm angerechnet werden

Der Nmin-Wert wird bei der DBE als ein Faktor vom kulturspezifischen N-Bedarfswert in Abzug gebracht. Er stellt die zu Beginn des Wachstums der Kultur im Boden vorhandene mineralische Stickstoffquelle dar, die der Kultur im Laufe ihrer Entwicklung zur Verfügung steht. Die hier abgebildeten Richtwerte für NRW stellen jedoch allemal Durchschnittswerte dar. In den einzelnen Regionen und unter den einzelnen Flächen können deshalb abweichende Werte vorliegen. Aus diesem Grund sollte eine eigene Nmin-Probe den Richtwerten gegenüber immer bevorzugt werden. Für die Nmin-Werte der Sommerungen gilt Gleiches wie für die Winterungen. Unabhängig von der Kultur müssen die Nmin-Werte aller drei Bodenschichten (0-90 cm) in die Rechnung übernommen werden. Die kulturspezifischen N-Bedarfswerte sind so ausgelegt, dass alle genannten Bodenschichten Berücksichtigung finden.

Anpassung der vorläufig verwendeten Nmin-Werte gegebenenfalls notwendig

Vor der Veröffentlichung der Richtwerte 2019 konnten vorläufig die 5-jährigen Mittelwerte bei der DBE verwendet werden. Diese werden nun durch die aktuellen Richtwerte ersetzt. In NRW besteht die Regelung, dass der vorläufig verwendete Nmin-Wert nur dann aktualisiert werden muss, wenn es zu einer Abweichung von mehr als 10 kg/ha Nmin gegenüber dem 5-jährigen Mittelwert kommt. Tabelle 1 gibt Auskunft über die aktuellen Richtwerte für die Sommerungen in NRW für 2019. In der letzten Spalte wird im Vergleich das 5-jährige Mittel für die jeweiligen Boden- und Fruchtartenkonstellationen aufgeführt. Nmin-Werte, die um mehr als 10 kg/ha Nmin vom mehrjährigen Mittelwert abweichen und demzufolge in der DBE angepasst werden müssen, sind in der Tabelle farblich gelb hinterlegt. Liegt ein eigener gezogener Nmin-Wert vor, so ist dieser Wert entsprechend zu verwenden.

Dokumentationshilfen von der Landwirtschaftskammer

Erfolgt die DBE handschriftlich, so muss die Änderung durch Ausfüllen eines neuen Formulars geschehen. Wird die LWK-Anwendung NPmax verwendet, erfolgt das Überschreiben der betroffenen Werte bei den bereits angefertigten und hinterlegten DBE per Knopfdruck automatisch. In der ebenfalls von der LWK herausgegebenen Excel-Anwendung „Kleine Excel-Anwendung“ mit Makros sind lediglich immer nur die aktuellen 5-jährigen Nmin-Mittelwerte hinterlegt. Die Anpassung auf die zu ändernden Werte muss hier manuell erfolgen.

Autor: Holger Fechner