Tierseuchenkasse aktuell: Die jährliche Tierzahlmeldung steht an

Gänse auf der WeideBild vergrößern
Foto: Gotthard Augst, piclease

Am 03.01.2020 versendet die Tierseuchenkasse an alle ihr bekannten Tierbesitzer – mit Ausnahme der Rinderhalter - den Meldebogen für die Tierzahlmeldung 2020. Neu ist, dass gleichzeitig mit der Abfrage der Tierzahlen auf dem Meldebogen den Tierhaltern die Möglichkeit gegeben wird, einen Beihilfeantrag zu stellen.

Hintergrund ist folgender: Beihilfen z.B. für Untersuchungen oder Impfungen dürfen nach EU-rechtlichen Vorgaben nur dann an Tierhalter gezahlt werden, wenn diese zuvor einen entsprechenden Beihilfeantrag gestellt haben. Die Voraussetzungen, die ein Tierhalter erfüllen muss, um einen Beihilfeantrag stellen zu können, sind dem Informationsschreiben zu entnehmen, dass zusammen mit dem Meldebogen versandt wird.

Die Tierhalter werden gebeten, sorgfältig zu prüfen, ob sie die Voraussetzungen erfüllen. Ist das der Fall, z.B. bei reiner Hobbyhaltung, sollte - damit künftig Leistungen in Anspruch genommen werden können - im Meldebogen angekreuzt werden, dass Beihilfen beantragt werden.

Rinderhaltern, die keinen Meldebogen erhalten, wird am 31.01.2020 ein gesondertes Informations-und Antragsformular zur Beihilfegewährung zugesandt. Die Rinderhalter werden gebeten, den Antrag auf Gewährung von Beihilfen bis zum 29.02.2020 zu stellen und an die angegebene Adresse zu senden.

Ohne eine vorherige Antragstellung kann und darf die Tierseuchenkasse keine Beihilfen gewähren.

Insgesamt erhalten ca. 80.000 Tierhalter Post von der Tierseuchenkasse. Grundsätzlich ist jeder Besitzer von Pferden, Schweinen – zu denen auch Saugferkel gehören - , Schafen, Ziegen, Gehegewild, Geflügel und Bienen verpflichtet, seinen Tierbestand online oder schriftlich der Tierseuchenkasse zu melden, auch wenn die Tiere nur hobbymäßig gehalten werden

Der schnellste, bequemste und sicherste Weg ist die Meldung per Internet.

Der Zugang für die Online-Meldung ist ab 02.01.2020 über die Adresse www.tierzahlenmeldung-nrw.de möglich. Die Anmeldung erfolgt mit der Betriebsregistriernummer und der dazugehörigen PIN.

Die Meldung des am 01.01.2020 (Stichtag) vorhandenen Tierbestandes ist die Grundlage für die Beitragserhebung und muss der Tierseuchenkasse bzw. bei Nutzung des Meldebogens der auf dem Meldebogen vorgedruckten Erfassungsstelle der Tierseuchenkasse (Daten.Werk GmbH, Döbelner Str.1, 12627 Berlin) spätestens bis zum 31.01.2020 vorliegen.

Die Halter von Rindern, Geflügel und Bienen müssen folgendes beachten:

  • Rinder müssen zum 01.01. nicht gemeldet werden, da die Tierseuchenkasse die entsprechenden Bestandszahlen der HIT-Datenbank entnimmt. Die Nachmeldung beim Zukauf von Rindern zwischen dem 02.01. und 15.02.2020 (s. Nachmeldung) ist hiervon allerdings ausgenommen.
  • Geflügelhalter haben den Jahreshöchstbesatz anzugeben, das heißt die Tierzahl, die maximal in der jeweiligen Geflügelart im Laufe des Jahres gehalten werden soll (= genutzte Stallkapazität).
  • Seit 2017 gibt es auch für die Besitzer von Bienen keine Stichtagsmeldung mehr. Stattdessen ist der Jahreshöchstbesatz anzugeben, das ist die Zahl der Völker und Ableger, die maximal im Beitragsjahr gehalten wird.

Die Tierseuchenkasse appelliert an alle Tierbesitzer, ihrer Meldepflicht fristgerecht und vollständig nachzukommen. Meldet der Tierbesitzer die Zahl seiner Tiere nicht fristgerecht oder unvollständig, bedeutet dies, dass Tiere, die von einer Seuche betroffen sind, nicht entschädigt werden oder die Entschädigungsleistung zumindest gekürzt wird. Bei einer Versagung der Entschädigung werden auch die Kosten der Tötung und Tierkörper-beseitigung sowie die oft erheblichen Kosten der Reinigung und Desinfektion des Betriebes nicht von der Tierseuchenkasse übernommen. Zudem erhält der Tierbesitzer während des gesamten Beitragsjahres keine Beihilfen für Blutprobenentnahmen, Impfungen, Untersuchungen und so weiter.

Nur wenn der Tierbesitzer seinen Pflichten gegenüber der Tierseuchenkasse korrekt nachkommt und alle tierseuchenrechtlichen Vorgaben korrekt umsetzt, können bei einem Seuchenfall ohne Verzögerungen vollständige Zahlungen geleistet werden.

Nachmeldung

Über die Meldung zum 01.01.2020 hinaus sind alle Tierbesitzer, die am 15.02.2020 mehr als 50 Pferde, 50 Rinder, 100 Schweine, 50 Schafe, 50 Ziegen oder 50 Stück Gehegewild halten, verpflichtet, ihren Tierbestand auch zum 15.02. zu melden, wenn sich bei einer dieser Tierarten der Tierbestand durch Zugänge aus anderen Betrieben seit dem 01.01.2020 um mehr als 10 % erhöht hat oder dieser Tierbestand neu gegründet wurde. Die erforderliche Nachmeldung hat bis spätestens 29.02.2020 schriftlich zu erfolgen.

Rinderhalter müssen zwar keine Stichtagsmeldung zum 01.01 machen; es ist aber unverzichtbar, dass auch sie – bei Vorliegen der vorgenannten Voraussetzungen - eine schriftliche Nachmeldung bei der Tierseuchenkasse abzugeben. Die Daten werden nicht der HIT-Datenbank entnommen.

Nach dem 15.02. des Beitragsjahres neu gegründete Tierbestände sind – damit der Versicherungsschutz gewährleistet ist - der Tierseuchenkasse unverzüglich zu melden.

In Geflügelbeständen mit mehr als 500 Gänsen, 500 Enten, 1.000 Elterntieren, 1.000 Masthähnchen und 1.000 Legehennen/Junghennen ist jede Überschreitung des angegebenen Höchstbesatzes um mehr als 10 v.H. der Tierseuchenkasse unverzüglich schriftlich mitzuteilen. Dies gilt auch für Tierbesitzer, die in Aufzuchtbetrieben mehr als 1.000 Gänseküken, 1.000 Entenküken oder 1.000 Putenküken halten. Nachgemeldetes Geflügel ist beitragspflichtig.

Bienenhalter, die mehr als 9 Bienenvölker halten, müssen eine Nachmeldung durchführen, wenn sich der gemeldete Höchstbesatz im Laufe des Beitragsjahres um mehr als 10 % erhöht. Nachgemeldete Bienenvölker sind beitragspflichtig, wenn der Gesamtbeitrag 5 € und mehr beträgt.

In seiner Sitzung am 03.07.2019 hat der Verwaltungsrat der Tierseuchenkasse die nachfolgenden Beitragssätze für 2020 beschlossen.

Der Mindestbeitrag für jeden Beitragspflichtigen beträgt 10 €; Viehhandelsunter-nehmen haben einen Grundbeitrag von 50 € zu zahlen.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Tierseuchenkasse stehen für Auskünfte gerne zur Verfügung, Telefon: 0251-28982-0