Bullenmast

Bullenmaststall

Mastbullen am Trog

Düsser Tretmiststall

Der für Ausbildungszwecke gebaute Bullenmaststall wurde im "umgekehrten Tretmistverfahren" angelegt, dabei werden in 5 Gruppen jeweils 10 Jungbullen, die aus den Milchkühen des eigenen Betrieb stammen, gemästet. Der nach Süden geöffnete Stall ist aus einer Stahlholzkonstruktion mit Pultdach und untergelagerten Vordach gebaut, die Außenwand nach Norden ist durch Spaceboard verschlossen Stallsystem Der Unterschied zum herkömmlichen Tretmistverfahren liegt vor allem in der Anordnung der mit Gefälle ausgeführten Liegefläche. Der höchste Punkt liegt direkt am Trog (s. Querschnitt).

Der Mist wird also in unsere diesem Fall vom Futtertisch weg in Richtung des Mistgangs getreten. Dieser wird - nicht wie beim herkömmlichen Tretmistställen laufend geräumt- sondern als Liegefläche mitgenutzt und nur alle 2-3 Wochen entleert. Schmutzwasser fällt bei dieser Lösung nicht an.

Stallquerschnitt
Querschnitt durch den Bullenstall

Bei der Buchtentiefe von 7 m und einer Breite von 5 m haben 10 Bullen in der Endmast ein ausreichendes Platzangebot möchte man die Strohhaltungsprämie (NRW) in Anspruch nehmen dürften nur 8 Bullen in der Box Platz finden.

Entlang der Rückseite des Stalles verläuft ein Treibgang (Foto), der zur Waage im Vorraum und zu der im Anschluss installierten Sammel- und Verladebucht führt. Diese zusätzliche Einrichtung ist für Unterrichtszwecke erforderlich und zur Produktionskontrolle von großem Vorteil. Während des Ausmistens werden die Bullen auf schräg angelegte Stallfläche die Schrägfläche am Futtertisch gesperrt, sodass ein gefahrloses Ausmisten mit Fahrzeugen möglich ist.

Die Wasserversorgung im Stall erfolgt über eine frei verlegte und isolierte Ringleitung, in die zur Frostsicherung ein Heizgerät integriert ist. Die Tränkebecken mit Rohrventil sind zwischen den Buchtenabtrennungen am Fressplatz montiert, so dass jede Gruppe zwei Trinkmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Vor dem Tränkekreislauf ist ein Wasserzähler installiert um die Wasseraufnahmen der Tiere in verschiedenen Jahres- und Fütterungsabschnitten beurteilen zu können.

Um die natürliche Entlüftung in der warmen Jahreszeit zu unterstützen und Hitzestress zu vermeiden sind in Längsrichtung über die Gruppenboxen zwei Lüfter eingebaut. Diese werden über die Luftfeuchte- Temperaturindex THI gesteuert. Als Beschäftigungsmaterialien sind neben  aufgehängten Spielbälle  -  die teilweise mit Strukturfutter befüllt sind- auch starre und rotierende Bürsten eingebaut.

Fütterungsroboter zur Fütterung der Mastbullen

Die Automatisierung der Futtervorlage ist ein weiterer wichtiger Schritt, die Automatisierung von Produktionsabläufen in der Rinderhaltung weiterzuentwickeln und umzusetzen. Neben positiven Einflüssen auf die Arbeitserledigung und -qualität bietet die automatisierte Futtervorlage diverse Möglichkeiten, Tierwohl und Tiergesundheit positiv zu beeinflussen.

Das Fütterungssystem besteht aus baulichen, technischen und digitalen Komponenten die durch den Landwirt individuell gesteuert und eingestellt werden können. In einer Futterküche (Abbildung 19) werden die verschiedenen Futtermittel für die Befüllung des Futtermischers zwischengelagert.

Die Befüllung des autonom fahrenden Futtermischers erfolgt durch einen stationären Hallenkran. Durch die intelligente Zusammenarbeit von Hallenkran und Futtermischer der mit einer Waage ausgestattet ist, werden die Bullengruppen bis zu sechs Mal täglich bedarfsgerecht und individuell gefüttert. Gesteuert wird das System durch eine Software die direkt vor Ort eingestellt wird. In festgelegten Zeitkorridoren startet das System eine Scanfahrt  zur Ermittlung des Futtervorrats auf dem Futtertisch. Bei Bedarf wird fehlendes Futter automatisch wieder aufgefüllt.

Dadurch werden lange Fresspausen vermieden und die Bewegung und Beschäftigung der Tiere immer wieder gefördert. Zudem kann jeder Altersgruppe im Stall, dass zu ihr passende Futter zu Verfügung gestellt werden. Das kommt ökonomischen und nachhaltigen Ansätzen der Stoffbilanzen deutlich entgegen.

Bewirtschaftung

Für das Einstreuen stehen verschiedene mobile Systeme mit entsprechender Reichweiten zur Verfügung.

Die wichtigsten Einflussfaktoren auf den Strohbedarf liegen in der Zerkleinerungslänge, der Strohqualität, der Belegungsdichte, Temperatur, Luftfeuchtigkeit und im Temperament der jeweiligen Rinderrasse. Bei kurzem Stroh, guter Qualität und mehrmaliger täglicher, gleichmäßiger täglicher Einstreu werden in Praxisbetrieben Verbrauchsmengen von 2 kg je Tier und Tag realisiert, während bei zerkleinertem Stroh mit mindestens 4 kg zu rechnen ist.

Auf einen Blick

Vorteile:

  • Nur eine Arbeitsachse für Einstreuen und Füttern
  • Keine spezielle Entmistungstechnik und längere, flexiblere Entmistungsintervalle passend keine Mistplatten zur Lagerung des täglichen Mistanfalls
  • Die Nutzung des Mistganges als Liegefläche spart befestigten Platz (auch im Vergleich zur Durchtretvariante).
  • Kein Schmutzwasseranfall
  • Verlustrate
  • geringen Mechanisierungsgrad

Nachteil: 

  • Es können dauerhaft keine weiblichen Tiere in solchen Ställen gehalten werden.
  • Das Einstreuen lässt sich schwierig automatisieren.
  • Fehlender Klauenabrieb
  • Keine fest gelegte Standplatzhöhe beim Fressen
  • Enges Tier/Fressplatzverhältniss
  • Keine klare Festlegung der Funktionsbereiche
  • Keine flexiblen Gruppengrößen möglich
  • Aufwendiges Verlade- und Selektionsmangement (Treibgang)