Greening-Brachen zur Futtergewinnung nutzen

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Das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- Verbraucherschutz NRW hat entschieden, dass ab sofort in bestimmten Gebieten des Landes NRW aufgrund der anhaltenden Trockenheit und der damit verbundenen Futterknappheit, eine Futternutzung der als ökologische Vorrangfläche (ÖVF) beantragten Brachen zulässig ist.

In den Kreisen Kleve, Mettmann, Viersen, Wesel, Rhein-Kreis Neuss, Unna, Rhein-Sieg-Kreis/Bonn, Rheinisch-Bergischer Kreis, Märkischer Kreis, Rhein-Erft-Kreis, Hochsauerlandkreis, Soest, Düren, Recklinghausen, Ennepe-Ruhr-Kreis und Oberbergischer Kreis sowie den kreisfreien Städten Leverkusen, Oberhausen, Wuppertal, Düsseldorf, Duisburg, Remscheid, Hagen, Essen, Solingen, Köln, Dortmund, Aachen (Städteregion) und Gelsenkirchen können somit antragslos brachliegenden Flächen, die als ökologische Vorrangflächen beantragt wurden, zur Beweidung und zur Futtergewinnung genutzt werden.

Sofern Flächen in weiteren Landkreisen und kreisfreien Städten von der Trockenheit betroffen sind, kann einzelbetrieblich eine begründete und nachvollziehbare Ausnahmegenehmigung zur Futternutzung formlos beantragt werden. Die Entscheidung über den Antrag erfolgt durch die Kreisstelle der Landwirtschaftskammer. In diesen Fällen kann mit der Futternutzung erst begonnen werden, wenn die schriftliche Genehmigung vorliegt.

Von dieser Regelung ausgenommen sind die sogenannten Honigbrachen, da diese zum Zweck des Insektenschutzes angelegt wurden. Bei Bracheflächen, für die zusätzlich eine Agrarumweltmaßnahme durchgeführt wird, zum Beispiel Blühstreifen und Blühflächen, sind die mit der Agrarumweltmaßnahme verbundenen Förderauflagen einzuhalten.

Eine Nutzung der als Streifen angelegten ökologischen Vorrangflächen, beispielsweise ÖVF-Streifen AL, ist bereits ab dem 01. Juli zulässig, sofern diese Streifen weiterhin vom angrenzenden Ackerland unterscheidbar sind.

Die Regelung bezieht sich nur auf das Entfernen und die Nutzung des Aufwuchses, also auf eine maschinelle Ernte oder auch eine Beweidung der ÖVF-Brachen. Darüberhinausgehende Bearbeitungsschritte, beispielsweise Düngung, Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln, und / oder eine Aussaat sind nicht erlaubt.

Die Futternutzung kann durch Beweidung oder Mahd erfolgen. Die Nutzung des Aufwuchses von Greeningflächen ist nur für den innerbetrieblichen Eigenbedarf oder zur unentgeltlich Abgabe, zum Beispiel eine kostenlose Abgabe im Rahmen der Nachbarschaftsbeihilfe, zugelassen. Auch ist eine Beweidung durch Wanderschäfer zulässig, sofern der Schäfer diese ÖVF-Brachen kostenlos nutzen darf. Eine kommerzielle Nutzung durch einen Verkauf des auf Stilllegungsflächen gewonnenen Futters ist nicht erlaubt, ebenso ist eine Verwendung in einer Biogasanlage nicht zulässig, da die Freigabe nur die Futternutzung umfasst.

Sollten Brachflächen, die nicht als ökologische Vorrangfläche beantragt wurden zur Futtergewinnung genutzt werden, muss der Antragsteller der zuständigen Kreisstelle der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen diese Nutzungsänderung mitteilen.

Diese nun zugelassene Futternutzung umfasst nicht den als ökologische Vorrangflächen beantragten Zwischenfruchtanbau. Ob eine Nutzung dieser Zwischenfrüchte für die Futtergewinnung auch in diesem Jahr zulässig sein wird, kann erst im Spätsommer unter Berücksichtigung der weiteren Entwicklung der Niederschlagsmengen entschieden werden.

Autor: Roger Michalczyk