ÖVF-Zwischenfrucht zur Futternutzung freigegeben

Zwischenfrucht MischungBild vergrößern
Zwischenfruchtmischung

In vielen Futterbaubetrieben haben fehlende Niederschläge dazu geführt, dass aufgrund massiver Ertragseinbußen beim Grünland und beim Mais die Futtervorräte für den Winter nicht ausreichen werden. Neben der bereits freigegebenen Futternutzung von Brachen, die als Ökologische Vorrangflächen (ÖVF) beantragt wurden, ist ab sofort auch landesweit die Futternutzung von Zwischenfrucht- und Untersaatflächen, die als ÖVF erbracht werden, ermöglicht worden.

Die Bundesregierung, der Bundesrat und das Land Nordrhein-Westfalen haben der Änderung der bisherigen Regelungen für ÖVF-Zwischenfrüchte und ÖVF-Untersaaten zugestimmt, sodass diese Flächen auch in diesem Jahr für eine Futtergewinnung freigegeben worden sind.

Derzeit ist rechtlich vorgegeben, dass eine ÖVF mit Zwischenfruchtanbau spätestens zum 1. Oktober angelegt sein muss und nur mit Schafen und Ziegen beweidet werden darf. Mit der beschlossenen Änderung ist es in diesem Jahr möglich, die als ÖVF beantragte Zwischenfruchtfläche mittels einer Schnittnutzung oder einer Beweidung zu nutzen.

Nicht in die Biogasanlage

Dieses gilt nur für die Futternutzung, eine Verwendung in der Biogasanlage scheidet somit aus. Es ist zulässig, dass diese Zwischenfruchtflächen neben einer Eigennutzung auch anderen Landwirten unentgeltlich zur Futternutzung zur Verfügung gestellt werden.

Die Futternutzung der ÖVF-Zwischenfrüchte erstreckt sich auch auf die ÖVF-Untersaaten. Somit können, wie schon die Zwischenfrüchte, auch die Untersaaten zur Futtergewinnung herangezogen werden.

Hinsichtlich der Freigabe der Futternutzug der ÖVF-Untersaat und der ÖVF-Zwischenfrüchte gelten aber auch weiterhin die einschlägigen Regelungen. Der mineralischen Stickstoffdüngung oder der Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln sind nicht zulässig. Die Ausbringung von organischem Dünger auf die Zwischenfruchtfläche ist unter Beachtung der Vorgaben der Düngeverordnung nach Aberntung der Hauptkultur möglich.

Weiterhin bestehen bleiben jedoch die Einschränkungen hinsichtlich der zulässigen Pflanzenarten für die ÖVF-Zwischenfrucht. Es sind auch weiterhin mindestens 2 Arten auszubringen, bei denen maximal der Anteil einer Pflanzenart in Höhe von 60% nicht überschritten werden darf. Ebenso darf der gesamte Grasanteil nicht den Anteil von 60%.der Aussaatmischung übersteigen. Der Pflanzenbestand der Zwischenfrucht muss bis zum 01.10 ausgebracht werden und auch weiterhin bis zum 15. Februar beziehungsweise dem 1. Februar auf der Fläche verbleiben.

Für ÖVF-Zwischenfruchtflächen, auf denen eine Agrarumweltmaßnahme durchgeführt wird, sind die mit der Agrarumweltmaßnahme verbundenen Förderauflagen und gesonderten Regelungen einzuhalten.

Futternutzung muss angezeigt werden

Um von dieser Regelung Gebrauch machen zu können, muss jeder Betrieb die Futternutzung bei den Kreisstellen der Landwirtschaftskammer NRW vor dem Zeitpunkt der Nutzung anzeigen. Für diese Anzeige ist im Internetangebot der Landwirtschaftskammer NRW in der Rubrik ein entsprechendes Formblatt aufrufbar mit dem die betreffenden Flächen gemeldet werden. Eine Genehmigung der Futternutzung ist nicht notwendig, die reine Anzeige ist ausreichend.

Ein ggf. notwendiger Modifikationsantrag (z.B. Wechsel der ÖVF-Zwischenfruchtanbaufläche gegenüber der Angabe im Flächenverzeichnis) kann auch weiterhin bis zum 01.10. gestellt werden, damit sich der Prämienantrag auf den tatsächlich mit Zwischenfrucht angebauten Schlag bezieht.

Autor: Roger Michalczyk