Nitratdienst Januar 2023

Zwischenfrüchte
Stickstoff aus nicht winterharten Zwischenfrüchte wird ortsweise schon freigesetzt.

Ungewöhnlich warm zum Jahreswechsel

Der Nitratdienst berichtet über die Entwicklung des mineralischen Bodenstickstoffs im Zeitraum von Anfang Dezember bis Anfang Januar. NRW zählte im Dezember mit 2,9 °C zu den wärmsten Regionen Deutschlands, trotz der eisigen Tage und Nächte um die Monatsmitte. Im letzten Monatsdrittel wendete sich das Blatt und die Temperatur blieb überwiegend im Plusbereich. Ende Dezember waren an den Vergleichswetterstationen Bad Salzuflen, Münster/Greven, Kleve und Nörvenich Temperaturen über 15 °C keine Seltenheit. Zu Silvester verzeichnete die Wetterstation in Nörvenich knapp 17 °C. Nachts sanken die Temperaturen kaum unter die 0 °C- Grenze. Anfang des Jahres kühlte es wieder ab, auf eine Tagestemperatur von 5 bis 12 °C in Münster/Greven. Im Beobachtungszeitraum fielen in NRW 90 mm Niederschlag und damit etwas mehr als im Durchschnitt der Jahre 1981 bis 2010. Die Verteilung des Niederschlags war dennoch sehr unterschiedlich. Am meisten Niederschlag wurde, mit circa 149 mm in Lüdenscheid und Neuenrade (Sauerland) gemessen. Wenig Niederschlag fielen in Eschweiler (20 mm), Aachen (23 mm) und Geilenkirchen (42 mm). Im Vergleich zum vorherigen Beobachtungszeitraum (Dezember 2022) veränderte sich die nutzbare Feldkapazität (nFk) von stellenweise 40 % auf 100 bis 120 %. Laut DWD erreichen am 15.01.2023 die Böden in Münster/Osnabrück, Bad Salzuflen und Kleve bis zu einer Tiefe von 60 cm eine nutzbare Feldkapazität (nFk) von > 100%. In Nörvenich schwankt die nFk zwischen 90 und 100%. Somit zeigt sich, dass durch den Niederschlag an vielen Standorten die Wasserreserven, in einer Tiefe von 0 bis 60 cm, aufgefüllt werden konnten.

Zeitweise regional hohe Temperaturen begünstigen Mineralisation

Die Kulturen und Feldfrüchte befinden sich weiterhin in der Vegetationsruhe, wenn auch durch die zeitweise „hohen“ Temperaturen eine Aufnahme von Stickstoff (N) zu beobachten ist. Neben der N- Aufnahme durch die Pflanzen, wurde auch an manchen Standorten N mineralisiert. Ein solcher N-Schub wurde in Sternwede Levern (Winterweizen nach Kartoffeln) gemessen. Dort stieg der N min 0 bis 90 cm von 100 auf 127 kg N/ha. Auf manchen Flächen zeigte sich zum vorherigen Beobachtungszeitraum keine oder nur eine geringe Veränderung in den Nmin Werten. Diese Unterschiede werden an den unterschiedlichen Nachlieferungsraten der Böden und der regional verschiedenen Witterung gelegen haben. Auf den meisten Winterweizen Flächen hat eine N- Erhöhung von durchschnittlich 22 kg N/ha stattgefunden. Gleichzeitig ist auch eine Verlagerung des Nmin von der Tiefe 30- 60 cm in 60- 90 cm zu verzeichnen. Dies mag an zunehmendem Sickerwasser liegen, welches durch den vermehrten Niederschlag entsteht. Späte Winterweizen-Saaten nach Zuckerrüben zeigen weiterhin einen anhaltenden Nmin Anstieg. Dies ist auch bei der Vorfrucht Kartoffel zu beobachten. Dort liegen die Nmin Werte oftmals im dreistelligen Bereich. Auf den Stoppel- und abgeernteten Flächen zeigen sich keine großen Veränderungen zum vorherigen Beobachtungszeitraum. Bei der Mehrheit der Zwischenfrüchte (ZF) ist ein Rückgang der Nmin Werte zu verzeichnen, was auf eine weitere Aufnahme von N in den noch grünen ZF- Beständen schließen lässt. Bei bereits abgefrorenen ZF-Beständen zeigt sich seit dem letzten Nitratdienst eine Nmin Dynamik im ein- bis zweistelligen Bereich. Eine Abgabe von N aus nicht winterharten ZF kann auf manchen Flächen bereits gemessen werden. Zum Beispiel in Stadtlohn (ZF-Senf) wo der Nmin von 7 auf 36 kg N/ ha anstieg. In der Mehrzahl der analysierten Bodenproben konnte fast nur Nitrat (NO3) und kaum Ammonium (NH4) nachgewiesen werden.

Aktuelles zur Düngung

Am 15.01. endete die Sperrfrist zum Aufbringen von Festmist von Huf- oder Klauentieren oder Kompost/ Champost auf Nicht-Nitratbelasteten Flächen. Erfolgt in den nächsten Tagen oder Wochen eine solche Düngung ist diese der 1. Hauptkultur im aktuellen Jahr zu zuordnen. Außerdem ist vor der Aufbringung eine Düngebedarfsermittlung (DBE) für N und P2O5 zu erstellen. Hinweise zu den Sperrfristen und der Erstellung einer DBE können unter www.duengung-nrw.de nachgelesen werden.

Autor: Lukas Otten