Nitratdienst März 2026

Acker gegrubbertBild vergrößern

Der Nitratdienst berichtet über die Entwicklung des mineralischen Bodenstickstoffs im Zeitraum von Mitte Februar bis Mitte März. Der Beobachtungszeitraum war von zahlreichen sonnigen Tagen geprägt. Insgesamt wurden rund 160 Sonnenstunden registriert, wovon ganz NRW profitierte. Die Temperaturen erreichten teilweise bis zu 20 °C, während Nachtfröste nur selten auftraten. Trotz der intensiven Sonneneinstrahlung wurden zweistellige Bodentemperaturen jedoch nur vereinzelt kurz erreicht. Im Mittel fielen in NRW während des Beobachtungszeitraums etwa 60 mm Niederschlag. Die höchsten Niederschlagsmengen wurden im Bergischen Land verzeichnet, beispielsweise in Mettmann mit 96 mm. Im südlichen Rheinland wurden in Kerpen 62 mm gemessen, im Münsterland in Greven 47 mm. Die Böden sind dadurch insgesamt gut mit Wasser versorgt, wobei die Niederschläge teilweise nicht bis in tiefere Schichten vordringen konnten und somit auch keine Nitratverluste durch Sickerwasser zu erwarten waren. Die sonnigen Tage nutzten viele Betriebe für Düngungsmaßnahmen und Bodenbearbeitung. Zahlreiche Zwischenfruchtbestände wurden gegrubbert oder gepflügt. Durch die intensive Bearbeitung ist in der Krume eine erhöhte mikrobielle Aktivität zu erwarten. Die Nmin-Proben wurden zu Beginn der Kalenderwoche 12 gezogen. Bis dahin konnte jedoch kaum Mineralisation von Stickstoff (N) beobachtet werden, da die Böden – abgesehen von der erwärmten Oberfläche – weiterhin zu kalt waren. Dort, wo es dennoch zu einem deutlichen Anstieg der Nmin-Werte kam, wurde zuvor organisch oder mineralisch gedüngt.

Die Wintergerste ist im Wachstum bereits weit fortgeschritten und nimmt entsprechend größere Mengen Stickstoff auf. Die ausgeprägten Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht beanspruchen die Pflanzen stark und erhöhen ihren Energiebedarf. Dies gilt auch für die übrigen Winterkulturen. Der Beobachtungszeitraum wurde in der Wintergerste genutzt, um erneut Stickstoff auszubringen. Auf leichten Böden, auf denen zuvor häufig flüssiger Wirtschaftsdünger eingesetzt wurde, erfolgte die zweite Gabe meist mineralisch. In Kevelaer wurden 100 kg mineralischer Stickstoff ausgebracht, wodurch sich der Nmin-Wert von 20 auf 69 kg/ha erhöhte. Dass die ausgebrachte Menge in der Analyse noch nicht vollständig erfasst wird, zeigt, dass der Stickstoff noch nicht komplett in der Bodenlösung angekommen ist. Einige Winterweizenflächen erhielten ihre erste Stickstoffgabe, überwiegend mineralisch. In Rüthen-Menzel beispielsweise wurden 80 kg N/ha gedüngt, wodurch der Nmin-Wert von 75 auf 160 kg/ha anstieg. Der Winterraps ist auf den meisten Referenzflächen vollständig ausgedüngt und weist aktuell einen durchschnittlichen Nmin-Wert von 68 kg/ha auf. Auf den beiden gepflügten Flächen in Kalkar und Bönen hat sich im Vergleich zum vorherigen Nitratdienst kaum etwas verändert; der Nmin-Wert liegt weiterhin bei rund 40 kg/ha. Wie bereits erwähnt, haben sich die Nmin-Werte auf Flächen mit abgefrorenen oder abgemulchten Zwischenfrüchten gegenüber dem Vormonat nur leicht erhöht – im Durchschnitt um etwa 10 bis 15 kg/ha. Die winterharten Zwischenfrüchte hingegen nahmen in den letzten vier Wochen weiterhin Stickstoff auf. Besonders auf Grünroggenflächen sank der Nmin-Wert um rund 20 kg/ha.

Aktuelles zur Düngung

Die Landwirtschaftskammer NRW hat inzwischen die Nmin-Richtwerte für Winterungen und Sommerungen für das Jahr 2026 veröffentlicht. Diese Werte dürfen für die Düngebedarfsermittlung herangezogen werden. Die vom Nitratdienst ermittelten Nmin-Werte sind hingegen keine Richtwerte, sondern bilden ausschließlich die N-Dynamik der jeweiligen Referenzflächen ab – abhängig von Bodenart, Bewirtschaftung und Witterung.

Autor: Lukas Otten