Nitratdienst August 2026

Der Nitratdienst berichtet über die Entwicklung des mineralischen Bodenstickstoffs unter den ackerbaulich genutzten Referenzflächen im Zeitraum von Anfang Juli bis Anfang August. Der vierwöchige Beobachtungszeitraum war überwiegend durch sonnige Witterung geprägt. Höchsttemperaturen von über 35 °C wurden häufig erreicht. Gleichzeitig fielen die Nachttemperaturen deutlich niedriger aus als im Vormonat und sanken zeitweise auf unter 10 °C. Die Niederschlagsmengen blieben weiterhin deutlich hinter dem langjährigen Mittel zurück. Ende Juli und Anfang August wurden in vielen Regionen Nordrhein-Westfalens lediglich bis zu 25 mm Niederschlag registriert. In Teilen des Niederrheins fielen insgesamt sogar weniger als 10 mm. Zudem traten die Niederschläge überwiegend in Form von Schauern auf, sodass nur geringe Wassermengen in den Boden eindringen konnten. Die Folge sind sehr trockene und oftmals stark verhärtete Böden. Dies zeigt sich auch bei der Probenahme: Wie der angefügten Tabelle zu entnehmen ist, konnte die Bodenschicht von 60 bis 90 cm auf zahlreichen Standorten nicht beprobt werden, da die Böden teilweise nicht mehr durchdringbar waren. Die anhaltende Trockenheit erschwert zudem die Stoppelbearbeitung nach der Ernte erheblich. Ausfallgetreide läuft vielerorts nur unzureichend auf, während die intensive Staubentwicklung bei der Bodenbearbeitung zu einer hohen Belastung für Mensch und Technik sowie zu erhöhtem Verschleiß der Arbeitsgeräte führt. Gleichzeitig rückt die Aussaat des Winterrapses näher, sodass die notwendigen Vorbereitungsarbeiten anstehen. Auf zahlreichen Betrieben wurde auf die Aussaat von Zwischenfrüchten bislang verzichtet, da ein sicherer Feldaufgang unter den gegebenen Bedingungen nicht gewährleistet werden kann. Teilweise wird auf Niederschläge bis Ende August gehofft, bevor eine Entscheidung über die Aussaat getroffen wird.
Unter Zuckerrüben haben sich die Nmin-Gehalte gegenüber dem Vormonat kaum verändert und liegen im Mittel weiterhin bei rund 40 kg N/ha. Aufgrund der Hitze- und Trockenstresssituationen ist jedoch davon auszugehen, dass die Stickstoffaufnahme durch ein eingeschränktes Pflanzenwachstum gebremst wurde. Ähnliche Beobachtungen lassen sich im Mais feststellen. Insbesondere auf leichteren Standorten zeigen sich vielfach deutliche Trockenheitsschäden. Die Bestände bleiben niedrig und haben teilweise keine oder nur unzureichend entwickelte Kolben ausgebildet. Auf solchen Flächen dürfte eine wirtschaftliche Ernte kaum möglich sein. Die Nmin-Werte im Mais weisen für die Jahreszeit typische, starke Schwankungen zwischen den einzelnen Referenzflächen auf. Ursachen hierfür sind die unterschiedlichen Anbauverfahren sowie die regional und betrieblich sehr variierenden Düngungsstrategien. Im Durchschnitt wurden knapp 90 kg N/ha gemessen. Ein Blick in die Tabelle verdeutlicht jedoch die große Spannbreite der Ergebnisse. Auf den Kartoffelreferenzflächen ist die Hauptwachstumsphase inzwischen weitgehend abgeschlossen. Entsprechend nimmt der Stickstoffbedarf der Bestände ab. In den für die Kultur entscheidenden Bodenschichten von 0 bis 60 cm stehen auf allen drei untersuchten Flächen weiterhin ausreichende Stickstoffmengen zur Verfügung. Wie bereits beschrieben, wurde auf einigen Getreideflächen bislang noch keine Stoppelbearbeitung durchgeführt. Da die Bodenschicht von 60 bis 90 cm häufig nicht beprobt werden konnte, sind direkte Vergleiche mit früheren Beprobungsterminen nur eingeschränkt möglich. Die vorliegenden Ergebnisse lassen jedoch erkennen, dass hinsichtlich der Nmin-Gehalte und der Mineralisationsraten derzeit keine wesentlichen Unterschiede zwischen Flächen mit und ohne Stoppelsturz festzustellen sind. Bislang wurden nur wenige Zwischenfruchtbestände etabliert. Ob eine Aussaat noch sinnvoll ist, sollte standortspezifisch entschieden werden. Da der Unterboden voraussichtlich bis zum Einsetzen der Winterniederschläge weitgehend trocken bleiben wird, erscheint eine tiefreichende Durchwurzelung vieler Zwischenfrüchte derzeit fraglich.
- Tabelle Nitratdienst August 2026
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Autor: Lukas Otten