Greeningprämie

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Betriebsinhaber, die an der Basisprämienregelung teilnehmen, müssen auf allen ihren beihilfefähigen Flächen bestimmte dem Klima- und Umweltschutz förderliche Landbewirtschaftungsmethoden, das sogenannte "Greening", einhalten. Dies gilt für alle bewirtschafteten Flächen eines Betriebs, unabhängig davon, ob mit diesen Flächen Zahlungsansprüche aktiviert werden oder keine Zahlungsansprüche aktiviert werden. So fallen hierunter auch beispielsweise die Flächen, die die Mindestparzellengröße nicht erreichen. Die entsprechenden Regelungen sind bundesweit einheitlich.

Bei den Flächen ist zu berücksichtigen, dass die bewirtschafteten Parzellen mit den angrenzenden oder auf der Fläche befindlichen Landschaftselemente zu einer sogenannten Bruttofläche addiert werden und diese Bruttofläche für die Überprüfung der Erfüllung der Greeningverpflichtungen herangezogen werden.

Die Betriebsinhaber erhalten hierfür eine Zahlung für dem Klima- und Umweltschutz förderliche Landbewirtschaftungsmethoden, der so genannten "Greeningprämie".  Diese wird grundsätzlich für alle beihilfefähigen Flächen des Betriebs, mit denen Zahlungsansprüche aktiviert werden, gewährt, auch wenn er aus unterschiedlichen Gründen vom Greening befreit ist. Die Greeningprämie ist immer an die Basisprämie gekoppelt.

Greening umfasst die folgenden drei Maßnahmen, die alle gleichermaßen einzuhalten sind:

  1. die Anbaudiversifizierung
  2. den Erhalt des Dauergrünlands
  3. die Ausweisung einer Flächennutzung im Umweltinteresse („Ökologische Vorrangflächen“)

Die Anforderungen müssen jeweils - sofern keine anderen Zeiträume angegeben werden - während des gesamten Jahres eingehalten werden, auch dann, wenn die betreffende Fläche zwischenzeitlich an einen anderen Betriebsinhaber übertragen wird.

Anbaudiversifizierung

Die Anbaudiversifizierung im Rahmen der Greening-Anforderungen zielt auf die Umsetzung und Einhaltung einer Fruchtfolge eines landwirtschaftlichen Betriebs. Sie gibt den Betriebsinhabern Mindestanforderungen bezüglich der Anzahl und der zulässigen Anteile einzelner landwirtschaftlicher Kulturen am gesamten Ackerland ihres Betriebes vor.

Die Verpflichtung zur Anbaudiversifizierung bezieht sich grundsätzlich nur auf das Ackerland eines Betriebes. Dauerkulturen und Dauergrünland zählen nicht zu den landwirtschaftlichen Kulturen, die im Rahmen der Fruchtartendiversifizierung zu berücksichtigen sind. Die Vorgaben hinsichtlich der Anteile der verschiedenen Kulturen für die Anbaudiversifizierung müssen in Deutschland im Zeitraum vom 1. Juni bis zum 15. Juli des jeweiligen Antragsjahres erfüllt sein.

Betriebe mit bis zu 30 Hektar Ackerland müssen mindestens 2 verschiedene Kulturen anbauen, wobei die Hauptfrucht maximal 75 Prozent der Anbaufläche betragen darf.

Betriebe mit über 30 Hektar Ackerland müssen mindestens 3 verschiedene Kulturen anbauen, wobei die Hauptfrucht maximal 75 Prozent und die 2 Kulturen mit der größten Fläche, zusammen maximal 95 Prozent einnehmen dürfen.  Erfüllen diese Betriebe zwar die Anforderung „mindestens drei verschiedene Kulturen“, aber die restlichen Anforderungen ganz oder teilweise nicht, so sind die Anforderungen trotzdem erfüllt, sofern eine der folgenden Ausnahmen greift.  

 Betriebe, die einen hohen Anteil an Gras oder anderen Grünfutterpflanzen und/oder Brache am Ackerland haben, fallen unter diese Ausnahmeregelungen. Dies betrifft Betriebe, die mehr als 75 % ihrer Ackerfläche für Gras oder andere Grünfutterpflanzen oder brachliegendes Land nutzen oder diese Nutzungsmöglichkeiten kombinieren. Ebenso sind Betriebe mit einem hohen Dauergrünlandanteil an der landwirtschaftlichen Fläche befreit. Das ist der Fall, wenn mehr als 75 % der beihilfefähigen Fläche als Dauergrünland oder für die Erzeugung von Gras oder anderen Grünfutterpflanzen genutzt wird. Auch hier gilt: Eine Kombination der beiden Nutzungsmöglichkeiten ist zulässig.

Von der Anforderung zur Erfüllung der Anbaudiversifizierung sind, neben den Betrieben, die generell befreit sind, auch die Betriebe mit weniger als 10 Hektar Ackerland befreit.

Eine weitere Regelung zur Befreiung von der Anbaudiversifizierung können nur Betriebe in Anspruch nehmen, bei denen mehr als 50 % der diesjährig als Ackerland beantragten Flächen vom Betriebsinhaber in seinem Beihilfeantrag des Vorjahres nicht beantragt wurden und bei denen auf dem gesamten Ackerland des Betriebs eine andere landwirtschaftliche Kulturpflanze als im Vorjahr angebaut wird.

Erhaltung von Dauergrünland

Eine weitere Maßnahme des Greening stellt Dauergrünlanderhaltung dar. Ziel hierbei ist die Sicherstellung des regionalen Anteils des Dauergrünlands an der gesamten landwirtschaftlichen Fläche. Unter dem Begriff „Dauergrünland“ sind hierbei Flächen zu verstehen, die durch Einsaat oder auf natürliche Weise (Selbstaussaat) zum Anbau von Gras oder anderen Grünfutterpflanzen genutzt werden und seit mindestens fünf Jahren weder Bestandteil der Fruchtfolge des landwirtschaftlichen Betriebs waren noch umgepflügt wurden. Das Umpflügen von potentiellem Dauergrünland mit dem Ziel, die Fläche wieder mit Gras oder anderen Grünfutterpflanzen anzulegen, ist spätestens einen Monat nach dem Umpflügen bei der Bewilligungsstelle der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen durch den Betriebsinhaber anzuzeigen. Unterbleibt eine solche Anzeige oder erfolgt sie nicht binnen der genannten Frist, so wird das Umpflügen nicht für die Bewertung im Hinblick auf die mögliche Entstehung von Dauergrünland berücksichtigt.  

 Als Dauergrünland gelten auch Flächen, die abgeweidet werden können und einen Teil der etablierten lokalen Praktiken darstellen, wo Gras und andere Grünfutterpflanzen traditionell nicht in Weidegebieten vorherrschen, zum Beispiel Heidegebiete.

Es wird zwischen umweltsensiblem und normalem Dauergrünland unterschieden. Im Rahmen des Greening unterliegt umweltsensibles Dauergrünland einem besonderen Schutz. Das umweltsensible Dauergrünland umfasst das Dauergrünland, das am 01.01.2015 als Dauergrünland in Flora-Fauna-Habitat-Gebieten (FFH-Gebieten) besteht. Für das umweltsensible Dauergrünland gilt ein vollständiges Umwandlung- und Umbruchverbot.

Um einer weiteren Abnahme von normalem Dauergrünland vorzubeugen, darf nur noch mit Genehmigung die Dauergrünlandfläche umgebrochen und in eine andere Nutzung umgewandelt werden. Weitere Informationen zum Dauergrünland entnehmen Sie dem Artikel:

Ökologische Vorrangflächen

Bewirtschaftet ein Betrieb mehr als 15 Hektar Ackerland, so müssen mindestens 5 Prozent des Ackerlandes als ökologische Vorrangfläche ausgewiesen werden. Das Ackerland des Betriebes, das bei der Prüfung der 15 Hektar Grenze berücksichtigt wird, ist das gesamte Ackerland des Betriebes, inklusive Landschaftselemente an oder auf Ackerflächen. Auch die Flächen, die die Mindestparzellengröße von 0,1 ha unterschreiten, werden eingerechnet. Weiter zählen Flächen mit Niederwald mit Kurzumtrieb, nachwachsende Rohstoffe (Durchwachsende Silphie, Miscanthus), Aufforstungsfläche und ÖVF-Streifen auf Grünland, auf denen jeweils ökologische Vorrangflächen ausgewiesen werden zu dem Ackerland.

Überschreitet das Ackerland eines Betriebes die 15 Hektar Grenze, so gibt es weitere Ausnahmeregelungen. Von diesen Regelungen zur Befreiung der Erbringung von ökologischen Vorrangflächen profitieren die Betriebe mit einem hohen Anteil von Gras oder anderen Grünfutterpflanzen und/oder Brache am Ackerland sowie Leguminosen. Sofern der Betriebsinhaber mehr als 15 ha Ackerland bewirtschaftet, nicht generell vom Greening befreit ist und keine der Ausnahmeregelungen greift, so hat er die Vorgaben der ökologischen Vorrangflächen zu erfüllen.

Diese Vorgaben der ökologischen Vorrangflächen können durch unterschiedliche Typen erfüllt werden, für die jeweils besondere Bedingungen für die Anerkennung als ökologische Vorrangfläche gelten. Für die einzelnen Typen der ökologischen Vorrangflächen gelten unterschiedlich hohe Gewichtungsfaktoren. Eine Fläche oder ein Landschaftselement darf in einem Antragsjahr nur einmal als ökologische Vorrangfläche angemeldet werden. Wird auf einer Fläche zum Beispiel eine stickstoffbindende Pflanze angebaut und diese als ökologische Vorrangfläche ausgewiesen, kann auf dieser selben Fläche nach Ernte der Hauptkultur nicht noch eine Zwischenfrucht als weitere ökologische Vorrangfläche ausgewiesen werden.

Brachliegende Flächen

Brachliegenden Flächen auf Ackerland können als ökologische Vorrangflächen in Betracht kommen und werden mit einem Gewichtungsfaktor von 1,0 angerechnet. Die Flächen müssen entweder der Selbstbegrünung überlassen werden oder sie sind in der Regel durch eine gezielte Ansaat bis zum 31. März des Förderjahres zu begrünen. Hierbei gibt es jedoch Ausnahmen, siehe:

Auf brachliegenden Flächen darf keine landwirtschaftliche Erzeugung oder Futternutzung stattfinden. Eine Düngung auf diesen Flächen ist nicht zulässig.

Der Aufwuchs der brachliegenden Flächen muss einmal bis zum 15. November des Antragsjahres entweder zerkleinert und ganzflächig verteilt oder gemäht und das Mähgut abgefahren werden. Das Mähgut darf dabei aber nicht für eine landwirtschaftliche Erzeugung verwendet werden, also z.B. weder verfüttert, noch in einer Biogasanlage verwendet werden. In dem Zeitraum vom 1. April bis zum 30. Juni eines Jahres ist das Mähen oder Zerkleinern des Aufwuchses auf den brachliegenden Flächen verboten.

Weiter dürfen auf diesen Flächen grundsätzlich keine Pflanzenschutzmittel angewandt werden. Soll auf brachliegenden Flächen jedoch eine Aussaat oder eine Pflanzung vorbereitet oder durchgeführt werden, die erst im folgenden Jahr zu einer Ernte führt, z.B. die Aussaat von Wintergetreide, so darf dies ab dem 1. August des Antragsjahres durchgeführt werden.

Brachliegende Flächen mit Honigpflanzen

Neben brachliegenden Flächen können Brachen, welche mit speziellen Blühmischungen bestellt werden, als „Brache mit Honigpflanzen“ beantragt werden. Eine solche Brache darf nur mit zulässigen, pollen- und nektarreichen Pflanzenarten aktiv begrünt werden, siehe Liste der zulässigen Arten der Brache mit Honigpflanzen als ÖVF PDF-Datei 82 KByte. Hierbei wird unterschieden, ob es sich um eine einjährige oder eine mehrjährige Begrünung handelt. Bei einjähriger Begrünung müssen mindestens zehn Arten der Gruppe A ausgesät und etabliert werden, können aber zusätzlich um weitere Arten der Gruppe B erweitert werden. Bei einer mehrjährigen Begrünung müssen mindestens 5 Arten der Gruppe A und 15 Arten der Gruppe B ausgesät und etabliert werden.

Bei mehrjähriger Begrünung darf die Brache maximal drei Jahre als ÖVF ausgewiesen werden, wobei die Ausweisung als ÖVF keine Lücke aufweisen darf. In jedem Fall sind aber entsprechenden Belege und Nachweise, wie zum Beispiel Saatgutetiketten oder Rechnungen (Aufbewahrungsfrist endet 6 Jahre nach Bewilligung) oder auch Rückstellproben bei selbst erzeugten Saatgutmischungen (Aufbewahrungsfrist endet am 31.12.2022) vorzuhalten. Die Flächen sind durch eine gezielte Ansaat bis zum 31. Mai des Förderjahres zu begrünen. Das Schlegeln, Häckseln oder Mähen der Flächen ist jederzeit ohne Nutzung zulässig.

Des Weiteren ist zu beachten, dass die Honigbrachen und der AUM-Blühstreifen aneinandergrenzen dürfen, wenn diese optisch unterscheidbar sind. Die Honigbrache darf aber kein Bezugsschlag zum AUM-Blühstreifen annehmen.

Soll eine Pflanzung oder eine Aussaat vorbereitet oder durchgeführt werden, die erst im folgenden Jahr zu einer Ernte führt, so darf dies ab dem 1. Oktober des Antragsjahres durchgeführt werden. Eine Beweidung mit Schafen und Ziegen ist ab dem 01.10. des Antragsjahres zulässig. Der Aufwuchs der brachliegenden Flächen muss einmal während des Jahres bis zum 15. November entweder zerkleinert und ganzflächig verteilt oder gemäht und das Mähgut abgefahren werden. Im ersten Jahr der Ausbringung gilt die Aussaat als Mindestbewirtschaftung. Die Nutzung des Aufwuchses ist erst ab dem 16.02. des Folgejahres möglich, wenn die Brache mit Honigpflanze nicht weiter fortgeführt werden soll. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und die Ausbringung von Düngemitteln oder Klärschlamm ist unzulässig. Aufgrund der besonderen Regelungen gilt der Umrechnungsfaktor in Höhe von 1,5.

Terrassen

Terrassen, die nach den Regelungen zu Cross Compliance (CC) geschützt sind, können als ökologische Vorrangfläche ausgewiesen werden. Für die Angabe der Flächengröße einer Terrasse wird ein Umrechnungsfaktor von 2 m² je laufenden Meter Terrassenmauer verwendet. Für die Berechnung der ausgewiesenen ökologischen Vorrangflächen wird die Angabe im LE-Verzeichnis mit dem Gewichtungsfaktor für Terrassen von 1,0 multipliziert.

Landschaftselemente

Landschaftselemente können nur dann als ökologische Vorrangfläche anerkannt werden, wenn sie auf Ackerland liegen oder an Ackerland angrenzen sowie dem Ackerland zugeordnet wurden und sich in der Verfügungsgewalt des Antragstellers befinden. Diese Landschaftselemente werden für die Berechnung der ökologischen Vorrangfläche mit ihrem jeweiligen Gewichtungsfaktor (siehe: Landschaftselemente - Typen und CodierungenPDF-Datei 40 KByte) berücksichtigt. Auf Dauergrünland liegende oder angrenzende sowie dem Dauergrünland zugeordnete Landschaftselemente können nicht als ökologische Vorrangfläche ausgewiesen werden. Weitere Informationen entnehmen Sie dem Artikel:

ÖVF-Streifen AL (inklusive Puffer, Wald- und Feldrand)

Als ÖVF-Streifen AL im Sinne der ökologischen Vorrangflächen kann ein Antragsteller alle Streifen ausweisen. Diese werden dann für die Berechnung der ökologischen Vorrangfläche mit dem Gewichtungsfaktor 1,5 berücksichtigt. ÖVF-Streifen AL als ökologische Vorrangfläche muss mindestens 1 Meter und darf höchstens 20 Meter breit sein. Bei ÖVF-Streifen AL angrenzend zu Gewässern wird die Breite ab der Böschungsoberkante des Gewässers gemessen. Dabei muss der Streifen mit der Längsseite parallel zum Gewässer verlaufen. Zu beachten gilt, dass ein Streifen nicht innerhalb eines Schlages liegen darf, es sei denn, der Schlag wird in voller Länge geteilt. Des Weiteren gilt, Streifen dürfen nicht größer sein als ihr Bezugsschlag und sie müssen einen untergeordneten Teil der Parzelle darstellen.

Der Streifen muss immer an eine Ackerfläche angrenzen. Diese Flächen müssen sich hinsichtlich des Bewuchs eindeutig voneinander unterscheiden. Im Rahmen dieser Bedingung ist es auch möglich eine Brache als ÖVF auszuweisen, die gleichzeitig als Bezugsschlag für den Streifen dient.

Streifen entlang von Wasserläufen können auch sogenannten Ufervegetationsstreifen umfassen. Mit Ufervegetationsstreifen kann ein Teil der ökologischen Vorrangfläche erbracht werden, wenn sich der Ufervegetationsstreifen in der Verfügungsgewalt des Antragstellers befindet. Streifen und Ufervegetationsstreifen zusammen dürfen die Höchstgrenze von 20 Metern nicht überschreiten. Ein Streifen kann nie nur aus einer Ufervegetation bestehen.

ÖVF-Streifen AL sind der Selbstbegrünung zu überlassen oder durch eine gezielte Ansaat zu begrünen und es darf keine landwirtschaftliche Produktion stattfinden. Wenn der Streifen vom angrenzenden Ackerland unterscheidbar bleibt, ist jedoch eine Beweidung oder eine Schnittnutzung des Aufwuchses zulässig. Eine Stickstoffdüngung sowie das Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln auf diesen Flächen ist nicht zulässig.

ÖVF-Streifen DGL

ÖVF-Streifen DGL sind Streifen, die komplett aus Dauergrünland bestehen und an Ackerland angrenzen. Der Streifen kann zudem an  einem Ufervegetationsstreifen angrenzen. Achtung: Werden diese Streifen auf Dauergrünland als ÖVF beantragt, so sind sie in der Bemessungsgrundlage für die gesamtbetriebliche Berechnung der ÖVF enthalten (obwohl es keine Ackerflächen sind).

Agroforstflächen

Agroforstflächen können derzeit in Deutschland nicht als ökologische Vorrangflächen ausgewiesen werden.

Flächen mit Niederwald im Kurzumtrieb

Eine Fläche, auf der Niederwald im Kurzumtrieb (Kurzumtriebsplantagen) angebaut wird, kann als ökologische Vorrangfläche anerkannt werden. Dieses gilt jedoch nur, wenn eine zulässige Art angebaut wird (siehe Liste der zulässigen ArtenPDF-Datei 40 KByte).

Für die Berechnung der ökologischen Vorrangfläche werden Flächen mit Niederwald im Kurzumtrieb mit dem Gewichtungsfaktor 0,5 berücksichtigt. Auf Flächen mit Niederwald im Kurzumtrieb, die als ökologische Vorrangflächen ausgewiesen werden, dürfen ganzjährig keine mineralischen Düngemittel und keine Pflanzenschutzmittel verwendet werden.

Aufforstungsflächen

Aufforstungsflächen können nur dann als ökologische Vorrangfläche ausgewiesen werden, wenn sie im Rahmen der Basisprämienregelung als „beihilfefähige Hektarfläche“ gelten. Es gilt der Gewichtungsfaktor 1. Es sind in der Regel Flächen, die mit einer EU-Förderung oder einer vergleichbaren nationalen Förderung aufgeforstet werden oder worden sind. Da die Flächen aber im Jahr 2008 noch Anspruch auf eine Zahlung im Rahmen der Betriebsprämienregelung gehabt haben müssen, darf diese Aufforstung erst nach dem Jahr 2008 durchgeführt worden sein. Unter die Aufforstungsflächen fallen nicht die Flächen, die zwar im Jahr 2008 beihilfefähig waren, aber aufgrund der nachweislichen Teilnahme an Naturschutzprogrammen, die unter die Anwendung der FFH-, Vogelschutz- oder Wasserrahmenrichtlinie fallen, nicht mehr den Kriterien von Acker- oder Dauergrünland entsprechen. Diese Flächen können generell nicht als ökologische Vorrangflächen anerkannt werden.

Nachwachsende Rohstoffe

Als nachwachsende Rohstoffe können Miscanthus und die Durchwachsende Silphie als ökologische Vorrangflächen mit dem Faktor 0,7 beantragt werden. Es können auch Aussaaten aus den Vorjahren in diesem Jahr als ÖVF anerkannt werden.  Im Jahr der Ausbringung der Kultur ist der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zulässig, in den Folgejahren nicht mehr. Die Ausbringung mineralischer Dünger ist unzulässig. Eine Schnittnutzung ist jederzeit möglich. Eine Beweidung ist unzulässig.

Flächen mit Zwischenfrüchten oder Gründecke

Unter dem Überbegriff Flächen mit Zwischenfrüchten oder Gründecke fallen sowohl Flächen auf denen eine Kulturpflanzenmischung als Zwischenfrucht oder Gründecke eingesät wird, als auch Flächen, auf denen eine Untersaat von Grasarten und Leguminosen sowie Leguminosen-Gras-Gemische in eine Hauptkultur ausgesät wird. Diese Flächen werden bei der Berechnung der ökologischen Vorrangflächen mit dem Gewichtungsfaktor 0,3 berücksichtigt.

Zwischenfrüchte

Soll eine Kulturpflanzenmischung als Zwischenfrucht oder Gründecke eingesät werden, so muss diese aus mindestens zwei zulässigen Arten bestehen. (siehe Liste der zulässigen Arten 20 KByte)

In der Kulturpflanzenmischung darf keine Art einen höheren Anteil als 60 % der Samen in der Mischung haben. Der Anteil von Gräsern insgesamt an den Samen der Mischung darf nicht höher als 60 % sein. Die Aussaat der Kulturpflanzenmischung darf nicht nach dem 1. Oktober des jeweiligen Antragsjahres erfolgen. Es können sowohl die von Saatgutunternehmen angebotene Saatgutmischungen, als auch eigene zulässige Mischungen von Kulturpflanzen verwendet werden. In jedem Fall sind entsprechenden Belege und Nachweise, wie zum Beispiel Saatgutetiketten oder Rechnungen vorzuhalten.

Im Antragsjahr dürfen nach der Ernte der Hauptkultur weder chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel, noch mineralische Stickstoffdüngemittel, noch Klärschlamm eingesetzt werden. Die Ausbringung von organischem Wirtschaftsdünger ist dagegen zulässig. Bis zum Ende des Antragsjahres dürfen die Flächen als ökologische Vorrangfläche nur durch eine Beweidung mit Schafen und Ziegen genutzt werden. Der Bewuchs muss bis zum 15. Februar des folgenden Kalenderjahrs auf der Fläche verbleiben. Ein Häckseln oder Schlegeln des Aufwuchses ist auch vor dem 15. Februar zulässig.

Nicht zulässig ist bis dahin eine mechanische Bodenbearbeitung wie grubbern oder pflügen. Nach dem 15. Februar kann die Zwischenfrucht einmalig zum Beispiel für eine Biogas- oder Futternutzung genutzt werden. Ein Überführen der Kulturpflanzenmischung in eine neue Hauptkultur und eine entsprechende Weiternutzung ist nicht zulässig.

Untersaaten

Wird eine Untersaat in einer Hauptkultur durchgeführt, dürfen dabei Gras-, Leguminosen- und  Leguminosen-Gras-Gemische verwendet werden. Zulässige Leguminosenarten: siehe: Merkblatt zur Anlage Leguminosen PDF-Datei 30 KByte.

Vergleichbare Fristen wie bei Zwischenfrüchten sind bezüglich der Aussaat der Untersaat nicht vorhanden.

Im Antragsjahr dürfen nach der Ernte der Hauptkultur, wie bei den Zwischenfrüchten, weder chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel, noch mineralische Stickstoffdüngemittel, noch Klärschlamm eingesetzt werden. Die Ausbringung von organischem Wirtschaftsdünger ist dagegen zulässig. Bis zum Ende des Antragsjahres dürfen die Flächen als ökologische Vorrangfläche nur durch eine Beweidung mit Schafen und Ziegen genutzt werden.

Der Bewuchs muss bis zum 15. Februar des folgenden Kalenderjahrs auf der Fläche verbleiben. Ein Häckseln oder Schlegeln des Aufwuchses ist auch vor dem 15. Februar zulässig. Nicht zulässig ist bis dahin eine mechanische Bodenbearbeitung wie grubbern oder pflügen. Im Gegensatz zu Kulturpflanzenmischungen können Untersaaten in eine neue Hauptkultur überführt werden und entsprechend in dem Folgejahr genutzt werden. Diese Fläche darf dann im Folgejahr jedoch nicht erneut als Zwischenfrucht oder Untersaat für die ökologischen Vorrangflächen ausgewiesen werden.

Flächen mit stickstoffbindenden Pflanzen

Werden auf Flächen stickstoffbindende Pflanzen angebaut, können diese nur dann auch als ökologische Vorrangfläche ausgewiesen werden, wenn es sich um eine zulässige Art handelt. (siehe: Merkblatt zur Anlage Leguminosen PDF-Datei 30 KByte)

Diese Flächen werden bei der Berechnung der ökologischen Vorrangflächen mit dem Gewichtungsfaktor 1,0 berücksichtigt. Die jeweilige als ökologische Vorrangfläche zulässige Art muss entweder als Reinkultur oder als Mischung mit mindestens einer der in der Liste angegebenen Arten angebaut werden. Mischungen wie z.B. Kleegras sind erlaubt, sofern die stickstoffbindenden Arten optisch im Aufwuchsbild vorherrschen. Sofern eine zulässige mehrjährige stickstoffbindende Pflanze (zum Beispiel Luzerne) angebaut wird, kann diese auch in mehreren Jahren als ökologische Vorrangfläche ausgewiesen werden, sofern die Luzerne immer noch eindeutig auf der Fläche vorherrscht.

Werden auf einer Fläche grobkörnige, stickstoffbindende Pflanzen angebaut, so müssen sich diese im Antragsjahr mindestens in dem Zeitraum vom 15. Mai bis zum 15. August auf der Fläche befinden. Dies betrifft: Sojabohnen, Linsen, Lupinen, Acker- und Gartenbohnen sowie Erbsen. Diese stickstoffbindenden Pflanzen müssen am 15. Mai ausgesät sein und dürfen erst nach Ablauf des Zeitraums geerntet, gemäht, geschlegelt, beweidet oder durch mechanische Bodenbearbeitung zerstört werden. Tritt die Erntereife der Früchte oder Körner vor dem 15. August ein, darf die Ernte auch früher durchgeführt werden, wenn dies spätestens 3 Tage vorher der Kreisstelle angemeldet wurde.

Alle anderen als ökologische Vorrangfläche zulässigen Arten stickstoffbindender Pflanzen müssen sich ebenfalls ab dem 15. Mai auf der Fläche befinden, sprich ausgesät sein. Diese müssen aber bis zum 31. August auf der Fläche verbleiben und dürfen erst danach durch eine mechanische Bodenbearbeitung zerstört werden. Somit ist bei diesen stickstoffbindenden Pflanzen auch während des Zeitraums eine Schnittnutzung zulässig.

Nach Beendigung des Anbaus der stickstoffbindenden Pflanze muss auf dieser Fläche in dem jeweiligen Antragsjahr eine Winterkultur oder eine Winterzwischenfrucht angebaut werden. Diese Winterkultur oder Winterzwischenfrucht muss bis zum 15. Februar des Folgejahres auf der Fläche verbleiben. Ein Häckseln oder Schlegeln des Aufwuchses ist vor dem 15. Februar zulässig. Nicht zulässig ist bis dahin eine mechanische Bodenbearbeitung wie grubbern oder pflügen. Generell ist eine Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln auf ÖVF-Leguminosen nicht zulässig.

Befreiung vom Greening

Ausgenommen vom Greening sind Betriebe, die unter die Kleinerzeugerregelung fallen oder Betriebe des ökologischen Landbaus sind. Diese Antragsteller sind von den Greening-Verpflichtungen befreit und haben automatisch ein Anrecht auf die Gewährung der Greening-Prämie. Ökologisch wirtschaftende Betriebe müssen dieses anhand eines Kontrollzertifikats nachweisen, können aber auch freiwillig an den Greeningregelungen teilnehmen.

Die Greening-Maßnahmen "Anbaudiversifizierung" und "ökologische Vorrangflächen" müssen auf den Ackerflächen, das Gebot zum Erhalt des Dauergrünlands auf den Dauergrünlandflächen des Betriebs erbracht werden. Für Dauerkulturflächen gibt es keine Greening-Verpflichtungen.

Kürzungen und Sanktionen

Bei Nichteinhaltung der Verpflichtungen wird die Greeningprämie gekürzt. Hält der Antragsteller die Bedingungen der Anbaudiversifizierung bei zwei oder drei Kulturen nicht ein und beträgt die Hauptkultur mehr als 75 % der Gesamtackerfläche oder die beiden größten Hauptkulturen mehr als 95 % der Gesamtackerfläche, wird eine Kürzung berechnet. Wird die vorgeschriebene ÖVF unter Berücksichtigung der Gewichtungsfaktoren auf Grundlage der ermittelten Gesamtackerfläche nicht eingehalten, wird eine Kürzung berechnet.

Wird ein Verstoß gegen das absolute Pflug- und Umwandlungsverbot auf umweltsensiblem Dauergrünland festgestellt oder wird ein Verstoß gegen die Auflagen zur Erhaltung von sonstigem Dauergrünlandumwandlung ohne Genehmigung festgestellt, wird eine Kürzung berechnet. Seit 2017 gibt es im Rahmen der Greeningprämie außer den Kürzungen noch zusätzliche Verwaltungssanktionen. Die Höhe richtet sich dabei nach der Höhe der Differenz zwischen der beantragten Greeningprämie, begrenzt auf die vorhandenen Zahlungsansprüche, und der errechneten Greeningprämie nach Kürzung.

Beträgt die Differenz mehr als 3 % oder 2 ha, aber nicht mehr als 20 % der Fläche, erfolgt eine zusätzliche Sanktionierung der beihilfefähigen Fläche um das Doppelte der festgestellten Differenz. Liegt die Differenz über 20 %, ist die Höhe der sanktionierten Fläche mit der förderfähigen Fläche gleichzusetzen, d.h. dass die Greeningprämie abgelehnt wird. Bei einer Differenz ab 50% wird die Greeningprämie abgelehnt und ein Einbehaltungsbetrag (mehrjährige Sanktion) festgesetzt.

Sollte ein gleichartiger Verstoß nicht nur auf das Antragsjahr, sondern auch in den letzten drei Vorjahren vorliegen, so erfolgt noch einmal eine Erhöhung des Flächenabzugs.

Austausch von ÖVF möglich

Die mit dem Sammelantrag gemachten Angaben zur Flächennutzung eines Betriebes einschließlich der Angaben zu den ÖVF sind grundsätzlich für das jeweilige Antragsjahr einzuhalten. Bei Vorliegen rechtfertigender Umstände ist es möglich, die Änderung dieser Angaben nachträglich zu beantragen, ohne dass es zu einer Sanktion kommt. Davon sind Hecken, Knicks und Baumreihen ausgeschlossen. Bei dieser Regelung dürfen bestimmte als ÖVF beantragte Flächen durch den Zwischenfruchtanbau auf Verwaltungsebene kompensiert werden, falls der Anbau auf ursprünglicher Fläche nicht möglich oder nicht sinnvoll ist. Dieser Vorgang wird als Modifikation bezeichnet.

Die Modifikation muss der zuständigen Kreisstelle bis zum 1. Oktober (spätester Termin für die Aussaat von Zwischenfrüchten) gemeldet worden sein, die dieser Meldung binnen zehn Tagen widersprechen kann. Sollte innerhalb dieser Frist dem Wechsel der ÖVF durch die Kreisstelle nicht widersprochen worden sein, gilt der mitgeteilte Austausch der Flächen als genehmigt. Es kann jedoch immer nur die gleiche gewichtete Fläche ersetzt werden, es darf in keinem Fall zu einer Erhöhung des prozentualen Anteils der ÖVF kommen.

Als Antragsformular für die Modifikation ist die Änderungsmitteilung zu verwenden mit Angabe des Änderungsgrundes „(5) Modifikation fürs Greening“. Soll eine Änderung oder Ergänzung der ÖVF-Angaben vor dem 12. Juni erfolgen, so ist dies mit Hilfe der Änderungsmitteilung mit Angabe des Grundes „(1) Nutzungsänderung“ möglich, solange seitens der Behörde auf keine Unregelmäßigkeiten hingewiesen wurde.

Wird erst im Rahmen einer Vor-Ort-Kontrolle festgestellt, dass auf einer im Flächenverzeichnis entsprechend beantragten Fläche keine ÖVF ist oder die Anforderungen nicht erfüllt sind, kann dieses durch potenzielle, nicht im Flächenverzeichnis entsprechend als ÖVF beantragte Flächen kompensiert werden. Die Flächen müssen zum Zeitpunkt der Vor-Ort-Kontrolle die ÖVF-Voraussetzungen bereits erfüllen. Der Landwirt muss dem Prüfer die Ersatzflächen unaufgefordert anzeigen. Auch in diesem Fall ist die Erhöhung des prozentualen Anteils der ÖVF in keinem Fall zulässig.

Die Modifikation bis zum 1. Oktober ist der Kompensation im Rahmen der Vor-Ort-Kontrolle in jedem Fall vorzuziehen. Wird erst im Rahmen der Verwaltungskontrolle ein Wechsel der ÖVF bekannt, muss die beantragte ÖVF aberkannt werden und die tatsächlich erbrachte Fläche kann nicht anerkannt werden. Dies ist nur im Rahmen der Modifikation oder Kompensation möglich.

Freiwillig mehr als 5 %

Ein Landwirt kann auch freiwillig mehr als 5 % ÖVF erbringen. Bei den Landwirten, die – aufgrund einer Ausnahmeregelung – zum Beispiel nicht mehr als 15 ha Ackerland bewirtschaften, können ebenfalls freiwillig ÖVF beantragen, müssen aber darauf achten, dass dann mindestens die 5 %-Grenze eingehalten wird. Ein Beispiel: Für 14 ha Acker müssten mindestens 0,7 ha ÖVF erbracht werden, eine Fläche von 0,3 ha wäre demnach nicht ausreichend. Die Erbringung einer niedrigeren Quote ist nicht anzuerkennen und wird zu einer Kürzung und ggf. Sanktionierung der Greeningprämie führen.

Bei den Teilnehmern an der freiwilligen Kleinerzeugerregelung und den ökologisch wirtschaftenden Betrieben wird die Erbringung von ÖVF jedoch nicht anerkannt, da diese Landwirte vom Greening befreit sind.

Stand: 19.02.2021