Agrarumweltmaßnahmen und Ökolandbau

BlühflächenmischungBild vergrößern
Blühflächenmischung im ersten Standjahr

Die Vorbereitungen für die neue Förderperiode ab 2023 laufen. Das Grundantragsverfahren für die neuen Agrarumweltmaßnahmen (AUM) und den ökologischen Landbau startet bereits in diesem Jahr, damit in 2023 die Auszahlungsanträge gestellt werden können. 

Die neue EU-Förderperiode beginnt 2023 und bringt einige Änderungen. Für die meisten Betriebe endet der laufende Verpflichtungszeitraum am 31. Dezember 2022. Um darüber hinaus an einer AUM oder dem ökologischen Landbau teilnehmen zu können, müssen bereits in diesem Jahr neue Grundanträge für den Verpflichtungszeitraum 1. Januar 2023 bis 31. Dezember 2027 gestellt werden, die erstmalig über das ELAN-Verfahren abgewickelt werden. Geförderte Betriebe in den Maßnahmen Ökologischen Landbau sowie Zucht und Haltung bedrohter Haus- und Nutztierrassen reichen Folgeanträge für eine zweijährige Verpflichtung ein, sofern sie über eine Bewilligung verfügen, die am 31. Dezember 2022 endet. Betriebe mit einer Verpflichtung über den 31. Dezember 2022 hinaus, stellen in diesem Jahr noch keinen neuen Grund- oder Folgeantrag.

Anträge bei laufenden Verpflichtungen 2022

Neben einer gültigen Bewilligung ist das jährliche Einreichen eines Auszahlungsantrags Voraussetzung für den Prämienerhalt. Die Auszahlungsanträge werden über ELAN eingereicht. Die diesjährige Antragsfrist endet am 16. Mai 2022, wobei die Nachfristregelungen der Direktzahlungen analog gelten. Weiterführende Informationen zu den Fördervoraussetzungen oder zur Prämienhöhe erhalten Sie in der Rubrik Ländlicher Raum. Dort finden Sie neben den aktuellen Richtlinien auch die Antragsformulare und Merkblätter.

Vielfältige Kulturen im Ackerbau

Die Verpflichtungen beziehen sich auf die gesamte Ackerfläche des Betriebs, die der landwirtschaftlichen Erzeugung dient. Gefördert wird der Anbau von mindestens fünf verschiedenen Hauptfruchtarten mit festgelegten Anbauanteilen. Für jede Hauptfruchtart ist ein Anbauanteil von mindestens 10 % und maximal 30 % der Ackerfläche einzuhalten. Werden mehr als fünf Hauptfruchtarten angebaut und der Mindestanteil von 10 % dadurch nicht erreicht, können Hauptfruchtarten zusammengefasst werden.

Bei gleichzeitiger Förderung des Ökologischen Landbaus oder Beantragung von Leguminosenflächen als Ökologische Vorrangflächen (ÖVF) in NRW erfolgt ein Prämienabzug für alle förderfähigen Ackerflächen. Nur für den Anbau großkörniger Leguminosen in Reinkultur kann der erhöhte Prämiensatz bewilligt werden, sofern diese mit einem Mindestanteil von 10 % im Flächenverzeichnis nachgewiesen werden.

Extensive Grünlandnutzung

Die Verpflichtung der extensiven Bewirtschaftung umfasst die im Flächenverzeichnis ausgewiesenen Dauergrünlandflächen. Diese Flächen werden auch als Bezugsgröße für die Berechnung des durchschnittlichen Mindestviehbesatzes von 0,60 raufutterfressenden Großvieheinheiten (RGV) und Höchstviehbesatzes von 1,40 RGV herangezogen. Der Mindestviehbesatz darf an nicht mehr als 50 Tagen eines Verpflichtungsjahres unterschritten werden.

Auf die Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln, mineralischem Stickstoffdünger mit wesentlichem Stickstoffgehalt oder bestimmten organischen Dünger wird verzichtet und der Wirtschaftsdüngereinsatz reduziert. Das Dauergrünland darf weder umgebrochen noch beregnet oder entwässert werden und muss mindestens einmal jährlich genutzt werden, beispielsweise durch Mahd und Abfuhr des Auswuchses oder durch Beweidung.

Blüh- und Schonstreifen/-flächen

Gefördert wird die Anlage von ein- oder mehrjährigen Blüh- und Schonstreifen oder -flächen auf Acker- oder Dauerkulturflächen des Betriebs. Der im ersten Auszahlungsantragsjahr festgestellte Flächenumfang muss über den gesamten Verpflichtungszeitraum von fünf Jahren beibehalten werden. Blüh- und Schonstreifen können entlang der Schlaggrenze oder innerhalb des Bezugsschlags mit einer Breite von mindestens 6 bis maximal 12 m angelegt werden. Die Mindestbreite muss dabei über den gesamten Streifen hinweg eingehalten werden. Kombinationen aus mehreren Streifen und maximal einer Blüh- und Schonfläche sind möglich. Grundsätzlich sollen die Flächen an Ort und Stelle über die Jahre verbleiben, bei Neuanlage muss die Einsaat spätestens bis zum 15. Mai mit einer festgelegten Saatmischung erfolgen. Bewahren Sie die Rechnungen auf, um diese im Falle einer Kontrolle vorlegen zu können. Der Aufwuchs ist bis zur Ernte der Hauptfrucht des Bezugsschlages, wenigstens aber bis zum 31. Juli, beizubehalten.

Außer für Pflegemaßnahmen und Nachsaaten dürfen keine Bearbeitungsmaßnahmen durchgeführt werden. Das Befahren ist ausschließlich für diese Maßnahmen erlaubt. Die Mindesttätigkeit (Mähen oder Mulchen) muss mindestens alle zwei Jahre erfolgen und zwar vor dem 1. April oder nach dem 31. Juli eines Jahres. Eine Nutzung ist ausgeschlossen und auch die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln ist unzulässig.

Uferrand- und Erosionsschutzstreifen

Gefördert wird die Anlage von Uferrand- und Erosionsschutzstreifen auf Acker- oder Dauerkulturflächen, die durch Einsaat mehrjähriger Grasarten oder gräserbetonter Mischungen auf einer Breite von mindestens 5 bis zu 30 m erfolgt. Uferrandstreifen werden entlang von Oberflächengewässern mit einem maximalen Gewässerabstand von 10 m angelegt. Die Anlage von Erosionsschutzstreifen erfolgt nach Maßgabe der Boden- oder Gewässerschutzberatung in Feldblöcken der Erosionsgefährdungsklassen CCWasser1 und 2. Einmal angelegt, müssen die Streifen über den gesamten Verpflichtungszeitraum beibehalten werden. Die Mindesttätigkeit (Mähen oder Mulchen) muss jährlich und außerhalb der vom 1. April bis 30. Juni andauernden Schutzperiode ausgeübt werden.

Der Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln ist nicht zulässig. Entwässerungsmaßnahmen, Meliorationsmaßnahmen und die Beweidung des Streifens, einschließlich der angrenzenden Böschung, sind unzulässig. Die Nutzung des abgefahrenen Aufwuchses unterliegt keinen spezifischen Auflagen, wobei eine über die Abfuhr des Mähguts hinausgehende Nutzung der Fläche, die zur Beeinträchtigung der Begrünung führt, sowie eine Bodenbearbeitung, die über eine notwendige Nachsaat hinausgeht, nicht erfolgen darf.

Anbau von Zwischenfrüchten

Für die diesjährige Antragstellung müssen Betriebe mit Bewilligungen aus den Grundantragsjahren 2019 und 2017 beachten, dass spätestens mit dem Antrag 2022 die erste beziehungsweise zweite Teilnahmebescheinigung für ein Beratungsangebot der WRRL-Beratung eingereicht werden muss.

Beantragen Sie im Auszahlungsantrag 2022 die in der vergangenen Herbsterklärung 2021 gemeldeten Zwischenfruchtflächen innerhalb der Förderkulisse. Teilschläge können nur in vollem Umfang beantragt werden. Es ist darauf zu achten, dass sich die im Herbst 2021 mit Zwischenfrüchten bestellten Flächen gegebenenfalls durch Teilschlagbildung im Auszahlungsantrag 2022 genau wiederfinden lassen. Im Jahr 2021 musste die Förderkulisse aufgrund der neuen Düngeverordnung (DüV) angepasst werden. Flächen, auf denen der Zwischenfruchtanbau gemäß § 13 a DüV („rote Gebiete“) verpflichtend ist, können nicht gefördert werden. Die Regelung zur Einhaltung des Mindestumfangs findet aufgrund der neuen Förderkulisse keine Anwendung mehr.

Zucht und Haltung bedrohter Haus- und Nutztierrassen

Förderfähig sind die Zucht und Haltung bedrohter Haus- und Nutztierrassen (Rinder, Pferde, Schweine, Schafe und Ziegen), die in der Datenbank Zentrale Dokumentation Tiergenetischer Ressourcen in Deutschland in definierten Gefährdungskategorien geführt werden. Die Datenbank finden Sie im Internet unter tgrdeu.genres.de.

Der Zuwendungsempfänger muss Eigentümer der Tiere sein, der Betriebssitz in NRW liegen, die Tiere in NRW oder in einem direkt angrenzenden (Land-)Kreis eines anderen Bundeslandes gehalten werden und der Nachweis über eine Teilnahme an einem Zucht- und Reproduktionsprogramm einer staatlich anerkannten Züchtervereinigung mit Tätigkeitsbereich in NRW erbracht werden. Die bewilligten Tiere sind für den gesamten Verpflichtungszeitraum beizubehalten. Ausscheidende Tiere müssen bis zum Ende des übernächsten Monats ersetzt werden.

Ökologischer Landbau

Zentrale Fördervoraussetzung ist die Einhaltung der EU-Ökoverordnung im gesamten Betrieb und die jährliche Kontrolle durch die Ökokontrollstelle nach der EU-Ökoverordnung. Die Bescheinigung über diese Kontrolle müssen Antragsteller innerhalb von sechs Wochen nach der Kontrolle bei der Kreisstelle der Landwirtschaftskammer einreichen.

Gefördert werden Acker-, Dauerkultur- und Baumschul-, Dauergrünland- sowie Gemüse- und Zierpflanzenflächen mit unterschiedlichen Prämiensätzen. Zu beachten ist, dass die Einordnung in diese Kulturgruppen teilweise von anderen bekannten Zuordnungen abweicht.

Sofern die Dauergrünlandprämie beantragt wird, ist ein Mindestviehbesatz von 0,30 RGV/ha Dauergrünland einzuhalten. Berücksichtigt werden hierfür alle im Flächenverzeichnis des Sammelantrags als Dauergrünland ausgewiesenen Flächen. Es besteht für den Betrieb ein Dauergrünlandumbruchverbot, das auch Pflegeumbrüche einschließt.

Gefördert wird zudem der Unterglasanbau mit einer Mindestnutzungsdauer von neun Monaten pro Jahr. Wobei unter bestimmten Voraussetzungen auch Gewächshäuser, die nicht aus Glas bestehen, förderfähig sind. Im Auszahlungsantrag ist die Grundfläche des Gewächshauses abzüglich Verbindungsgängen, Lagerbereichen, Sozialräumen oder sonstigen nicht dem Anbau dienenden Bereichen als Bestandteil des Flächenverzeichnisses anzugeben. Für Wege erfolgt, im Rahmen des Auszahlungsverfahrens, ein pauschaler Abzug von 10 %.

Welche Flächen werden gefördert?

Grundsätzlich bemisst sich die maximal förderfähige Fläche am Bewilligungsumfang, den im Auszahlungsantrag angegebenen und den im Flächenverzeichnis des Sammelantrags nachgewiesenen Flächen. Gegebenenfalls gibt es darüber hinaus definierte Obergrenzen, wie eine maximal förderfähige Breite. In den ganzbetrieblichen Maßnahmen Vielfältige Kulturen, Extensive Grünlandnutzung, Anbau von Zwischenfrüchten und Ökologischer Landbau können neu in den Betrieb aufgenommene und selbst bewirtschaftete Flächen, unter dem Vorbehalt ausreichend verfügbarer Haushaltsmittel, ebenfalls gefördert werden. Die förderfähige Fläche wird anhand des Auszahlungsantrags und des Flächenverzeichnisses ermittelt.

Bei den Blüh- und Schonstreifen und den Uferrand- und Erosionsschutzstreifen kann hingegen maximal die bewilligte Fläche gefördert werden, die über den gesamten Verpflichtungszeitraum von fünf Jahren beibehalten werden muss.

Kombination mit ÖVF

Grundsätzlich ist die gleichzeitige Beantragung von im Rahmen dieser Maßnahmen geförderten Flächen mit ÖVF möglich. Der Antragsteller trägt in diesen Fällen die Verantwortung dafür, dass er sowohl die maßnahmenspezifischen Verpflichtungen der AUM als auch die des gewählten ÖVF-Typs einhält. Weil im Rahmen der Agrarumweltförderung einige Maßnahmen gefördert werden, die auch für den Erhalt der Greeningprämie verpflichtend sind, wird zur Vermeidung einer Doppelförderung in bestimmten Fällen eine Kürzung der AUM-Prämie vorgenommen.

Auszahlung

Die Auszahlung der Prämien für die Maßnahmen Vielfältigen Kulturen und Anbau von Zwischenfrüchten erfolgt in der Regel Ende Dezember, die Auszahlung der anderen Maßnahmen erfolgt im Zeitraum Januar bis März nach Ablauf des aktuellen Verpflichtungsjahres.

Grundanträge neue Förderperiode 2023 bis 2027

Aufgrund der Ausgestaltung der Öko-Regelungen in der ersten Säule können einige der bisherigen AUM nicht mehr in der zweiten Säule gefördert werden. Andere AUM werden in ähnlicher Form weiterhin angeboten und neue kommen hinzu.

Weiterhin in ähnlicher Form angeboten werden:

  •  Ökologischer Landbau
  •  Anlage von Uferrand- und Erosionsschutzstreifen
  •  Anbau vielfältiger Kulturen mit großkörnigen Leguminosen
  •  Anlage mehrjähriger Buntbrachen (bisher Blüh- und Schonstreifen oder -flächen)
  •  Zucht und Haltung bedrohter Haus- und Nutztierrassen

Entfallen werden die Maßnahmen:

  •  Extensive Dauergrünlandnutzung
  •  Anbau von Zwischenfrüchten

Bei beiden Maßnahmen müssen bestehende Verpflichtungen bis zum Ende des jeweiligen Verpflichtungszeitraums eingehalten werden

Neu angeboten werden:

  •  Anbau mehrjähriger Wildpflanzen
  •  Getreideanbau mit weiter Reihe optional mit Stoppelbrache
  •  Bewirtschaftung kleiner Ackerschläge

Die neuen AUM sollen insbesondere der Erhöhung der Strukturvielfalt in der Agrarlandschaft dienen. Der Anbau von Getreide in weiter Reihe soll bessere Bedingungen für Feldvögel schafften. Der Anbau von Wildpflanzen soll Insekten und anderen Tieren, mit blütenreichen Pflanzenbeständen als Nahrungsressource und Rückzugsraum dienen. Die Bewirtschaftung von kleinen Ackerschlägen schließlich ist eine gesamtbetriebliche Maßnahme, bei der alle Ackerflächen eines landwirtschaftlichen Betriebes kleiner als 5 ha sein müssen.

Änderung bei Fördermaßnahmen

Für die neue Förderperiode ab 2023 wird es in den bestehenden Maßnahmen zu Änderungen kommen. Bei der Förderung des Ökologischen Landbaus wird der bisherige Kontrollkostenzuschuss entfallen und durch einen Ausgleich von Transaktionskosten in gleicher Höhe ersetzt. Die Prämiensätze werden leicht erhöht.

Bei der Anlage von Uferrand- und Erosionsschutzstreifen wird aufgrund geänderter ordnungsrechtlichen Anforderungen und der Pflicht zur Anlage von Pufferstreifen an Gewässern die Mindestbreite der Uferrandstreifen auf 10 Meter erhöht. Zudem werden die Flächen zukünftig den produktiven Ackerflächen zugeordnet. Ausschließlich zu Mulchen ist demzufolge nicht ausreichend. Die Flächen müssen jährlich gemäht werden und das Mahdgut ist abzufahren. Der Prämiensatz wird voraussichtlich 960 € pro ha betragen.

Die Fördermaßnahme der vielfältigen Kulturen wird in Ergänzung zur Öko-Regelung der Direktzahlungen fortgeführt. Bei dieser AUM besteht die Anforderung, dass der Leguminosenanteil von 10 Prozent ausschließlich mit großkörnigen Leguminosen zu erbringen ist. Kleinkörnige Leguminosen werden nicht mehr angerechnet. Die gegenüber der bisherigen Förderung verringerten Prämiensätze betragen 55 € je ha, bei gleichzeitiger Förderung des Ökologischen Landbaus beträgt der Satz dann 25 € je ha. Durch eine Kombination mit der Öko-Regelung kann die AUM-Prämie aufgestockt werden.

Die bisherige Maßnahme der Anlage von Blüh- und Schonstreifen wird durch die Anlage mehrjähriger Buntbrachen ersetzt. Zukünftig entfällt die Differenzierung in Streifen und Flächen. Des Weiteren entfallen die Regelungen zu den Mindest- und Maximalbreiten sowie die Bezugsschlagregelung. Darüber hinaus werden die Saatmischungen verbessert und die Prämie wird auf voraussichtlich 1.620 € pro ha erhöht. Eine Förderung entlang von Gewässern kann nicht erfolgen. Auch ein Wechsel der Flächen im Verpflichtungszeitraum ist nicht mehr möglich.

Neue Fördermaßnahmen

Es sollen drei neue Fördermaßnahmen im Rahmen der AUM angeboten werden. Es soll der Anbau mehrjähriger Wildpflanzen gefördert werden. Diese Saatgutmischungen ein- oder mehrjährigen Wildpflanzen sollen Insekten und anderen Wildtieren als Nahrungs-, Schutz und Wirtspflanzen dienen. Mit Ausnahme eines Herbizideinsatzes im ersten Jahr dürfen keine Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Die Ernte darf frühestens ab dem 01.08. eines Jahres erfolgen, dieser Termin gilt auch als frühster Termin für Nachsaaten. Der Prämiensatz ist mit 460 € pro ha geplant.

Des Weiteren wird die AUM-Maßnahme des Getreideanbaus mit weiter Reihe optionaler Stoppelbrache angeboten. Hierbei muss das Getreide einen mindestens 20 cm großen Reihenabstand aufweisen. Eine Düngung kann ausschließlich mit Stallmist und Kompost erfolgen. Bis zu zwei Herbizidbehandlungen und Saatgutbeize sind zulässig. Fungizide und Insektizide dürfen nicht eingesetzt werden und ab dem 01.04. darf auch keine mechanische Unkrautbekämpfung mehr erfolgen. Der Prämiensatz soll 540 € pro ha betragen. Zusätzlich kann die Option einer anschließenden Stoppelbrache beantragt werden, wobei Flächen in den "Roten Gebieten" nicht förderfähig sind. Die Stoppeln müssen bis zum 01.02. des Folgejahres auf der Fläche belassen werden. Bis zu diesem Stichtag darf weder eine mechanische Stoppelbearbeitung durchgeführt noch Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Die Prämie beträgt zusätzlich 70 € pro ha.

Als letzte neue Maßnahme soll die Bewirtschaftung kleiner Ackerschläge gefördert werden. Hierbei dürfen sämtliche Ackerschläge des Betriebes maximal fünf ha groß sein. Größere Schläge müssen geteilt werden. Aneinandergrenzende Flächen desselben Betriebes innerhalb eines Feldblocks müssen sich in ihrer Nutzung erkennbar unterscheiden. Geplant ist ein Prämiensatz von 35 € pro ha.

Neue Grundanträge, neue Folgeanträge

Neueinsteiger können ab Mitte März 2022 einen Grundantrag über ELAN einreichen. Gleiches gilt für Betriebe deren Verpflichtung zum 31. Dezember 2022 ausläuft. Abweichend hiervon können diese Betriebe für die Maßnahmen Ökologischer Landbau und Zucht und Haltung bedrohter Haus- und Nutztierrassen ausschließlich Folgeanträge mit zweijährigem Verpflichtungszeitraum stellen. Es empfiehlt sich den Folgeantrag für den Ökologischen Landbau zusammen mit dem Auszahlungsantrag über ELAN einreichen. Aufgrund der Option des Mehrfacheinreichens besteht in diesem Jahr aber auch die Möglichkeit, den Antrag nachträglich bis zum 30. Juni 2022 über ELAN einzureichen. Der Bewilligungsumfang bemisst sich am Flächenverzeichnis 2022.

Anträge für die Maßnahme Zucht und Haltung bedrohter Haus- und Nutztierrassen können nur in Papierform eingereicht werden. Die Antragsfrist endet auch hier am 30. Juni 2022. Hierbei können einzelne Tiere aus dem Folgeantrag herausgenommen oder bisher nicht bewilligte Tiere hinzugefügt werden.

Für diese Folgeanträge werden bereits die neuen Prämiensätze ab 2023 gezahlt. Die Antragsformulare und Merkblätter finden Sie auch in der Rubrik Ländlicher Raum.

Die Förderungsrichtlinien liegen in ihrer vorläufigen Fassung vor. Im Rahmen des Genehmigungsprozesses durch die EU-Kommission können sich aber noch Änderungen ergeben. Es wird bei Bedarf zu Richtlinienanpassungen über die Fachpresse und hier auf der Website der Landwirtschaftskammer NRW informiert.

Stand: 25.08.2022

Autor: Ann-Kathrin Steinkamp