Die Düngesaison startet - Woran muss ich denken?

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Neben der fachlichen und ökonomischen Düngeplanung müssen die Betriebe eine Vielzahl von Dokumentationsverpflichtungen der Düngeverordnung im Blick behalten. Eine Checkliste kann hier helfen den Überblick nicht zu verlieren.

In diesen Tagen geht es für viele wieder los mit den Arbeiten auf Acker oder Grünland. Die Sperrfrist für die meisten Dünger endet am 1. Februar. Das bedeutet bei passender Witterung für die meisten den Startschuss für die ersten Düngemaßnahmen.

Vor der ersten Düngeausbringung müssen die Düngebedarfsermittlungen für Stickstoff und Phosphat für jeden Schlag und jede Kultur erfolgen. Im Idealfall sollte vorher eine eigene Nmin-Probe gezogen werden. Bei hohen Düngemittelpreisen kann sich der Mehraufwand für die Probennahme und Probenanalyse durch mögliche Einsparungen bei der Düngemenge schnell rechnen.

Sind die Düngebedarfsermittlungen erledigt, raten wir dazu, noch am Schreibtisch zu verweilen und die Düngemaßnahmen für die komplette Saison vorzuplanen. Sind die Düngemaßnahmen mit den konkreten Düngemitteln und Mengen schon vorgeplant, spart man in der Saison Zeit bei der Dokumentation ein, denn mit der Dokumentation der aufgebrachten Mengen ist es nicht getan. Auch die Mengen an aufgebrachten Gesamtstickstoff und pflanzenverfügbarem Stickstoff müssen neben der Phosphatmenge dokumentiert werden. Bleibt es bei dem Planungsstand, muss nach der konkreten Düngung dann nur noch das konkrete Datum bei der Dokumentation ergänzt werden. Dies hilft auch dabei, die Düngebedarfsermittlung, die eine konkrete Obergrenze darstellt, nicht versehentlich zu überschreiten. Natürlich können sich durch den Witterungsverlauf usw. die tatsächlich aufgebrachten Düngemengen noch einmal ändern. Gerade die Höhe der 3. Stickstoff-Gabe zu Winterweizen ist schwer vorauszuplanen. Hier sind die konkreten Mengen dann noch anzupassen.

Vor der Phosphatdüngung ist es ratsam, den Düngebedarf für die komplette Fruchtfolge vorzuplanen. Die Summe der Phosphat-Düngebedarfsermittlungen der Fruchtfolge stellt eine Obergrenze dar, welche durch die Düngemaßnahmen nicht überschritten werden darf. Für Betriebe, die hauptsächlich Wirtschaftsdünger einsetzten, bedeutet dies nicht selten, dass die maximale Aufbringungsmenge von Wirtschaftsdünger nicht durch eine Stickstoff-Obergrenze limitiert ist, sondern durch eine Phosphat-Obergrenze.

Für Betriebe, die Flächen in Nitratbelasteten Gebieten bewirtschaften, ist eine konkrete Vorplanung der Düngemaßnahmen fast schon zwingend erforderlich. Zwingend nicht, weil dies vorgeschrieben wäre, aber zwingend, um nicht versehentlich über den um 20% reduzierten Stickstoff-Gesamtdüngebedarf auf den Nitratbelasteten Flächen hinaus zu düngen.

Das oben beschriebene Vorgehen kostet Zeit und Nerven. Die Dokumentationspflichten hören hier nicht auf, am Ende der Saison muss auch noch die jährliche betriebliche Nährstoffaufbringung (Anlage 5 DüV) dokumentiert werden. Um die Übersicht zu behalten, finden Sie rechts die Checkliste Düngung. Weitere Dokumentationspflichten gibt es im Bereich Pflanzenschutz und in vielen anderen Bereichen des betrieblichen Alltags. Mit handschriftlichen Aufzeichnungen und Berechnungen mit dem Taschenrechner ist dies kaum noch zu bewältigen. Wir empfehlen daher die Nutzung einer elektronischen Ackerschlagkartei. Dies kostet zwar im ersten Moment Einarbeitungszeit, zahlt sich aber später durch Zeitersparnisse im Arbeitsalltag oftmals wieder aus.

Das Düngeportal NRW ist eine kostenfreie Möglichkeit, in die elektronische Dokumentation einzusteigen. Die erfassten Daten sind sicher abgelegt, nur die Betriebe selbst haben Zugriff auf diese. (Fast) jeder Betrieb hat eine HIT- oder ZID Kennung (für den ELAN-Flächenantrag) - das reicht für den Einstieg unter www.duengeportal-nrw.de. Nach der Anmeldung wird das Flächenverzeichnis durch wenige Klicks eingeladen und es kann losgehen mit den Planungen. Inzwischen ist im Düngeportal auch die Dokumentation der Pflanzenschutzmaßnahmen möglich. Auf jeder Seite befindet sich ein Hilfe-Button. Hierüber finden sich u.a. zahlreiche Videos zur Erläuterung sowie Kontaktmöglichkeiten für konkrete Fragen zur Bedienung.

Die Dokumentation der Düngemaßnahmen können Sie nun ganz bequem auch auf dem Schlepper im Düngeportal NRW durchführen. Ist die Düngebedarfsermittlung abgeschlossen und im Idealfall auch eine Vorplanung der Düngemaßnahmen erfolgt, einfach auf dem Smartphone www.duengeportal-nrw.de aufrufen, einloggen und die Düngemaßnahmen dokumentieren.

Die Landwirtschaftskammer NRW wird das Düngeportal weiterentwickeln und um neue Funktionen ergänzen. Die Smartphone App NRW Agrar wird in den nächsten Wochen mit neuem Design und neuen Funktion erscheinen, um die Betriebe in NRW noch schneller und besser zu informieren. Hier werden Sie zukünftig neben aktuellen Informationen, Agrar Wetter sowie wichtigen Fristen und Terminen auch das Düngeportal finden.

Autor: Dr. Stephan Jung, LWK NRW, Sachbereich Düngerecht