Modell- und Demonstrationsvorhaben Integrierter Pflanzenbau

Acker striegelnBild vergrößern
Die mechanische Unkrautbekämpfung ist ein essentieller Bestandteil des Integrierten Pflanzenschutzes


Zwischenfrüchte einarbeitenBild vergrößern
Zwischenfruchtmischungen haben vielfältige Funktionen im Integrierten Pflanzenbau


Ziel des Projekts

Der Integrierte Pflanzenschutz ist seit vielen Jahren das Leitbild eines nachhaltigen Pflanzenbaus. Durch eine konsequente Umsetzung und Erprobung alternativer pflanzenbaulicher Maßnahmen soll die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln auf das notwendige Maß begrenzt und die Bodenfruchtbarkeit, Ressourceneffizienz und Biodiversität gefördert werden. Um Landwirte bei der Anwendung und Weiterentwicklung des Integrierten Pflanzenbaus zu unterstützen, finanziert das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) das Projekt „Demonstrationsbetriebe Integrierter Pflanzenbau“. Auf den Demonstrationsbetrieben werden innovative Anbauverfahren, digitale Lösungen und Pflanzenschutzkonzepte unter Praxisbedingungen erprobt, bewertet und weiterentwickelt. Die Ergebnisse werden im Rahmen verschiedener Wissenstransfermaßnahmen an die landwirtschaftliche Praxis weitergegeben.

Das Projekt in Nordrhein-Westfalen

Mit Beginn des Projektes im Jahr 2023 beteiligen sich In NRW zehn landwirtschaftliche Gemischt- und Marktfruchtbetriebe aus unterschiedlichen Regionen. Die Betriebe wirtschaften regionaltypisch, verfügen über hohe fachliche Kompetenz und sind bereit, neue Ansätze des Integrierten Pflanzenbaus unter Praxisbedingungen zu testen.

Die Landwirtschaftskammer NRW begleitet die Betriebe während der gesamten Projektlaufzeit fachlich und organisatorisch. Es finden regelmäßig Arbeits- und Austauschtreffen statt. Ein wesentlicher Bestandteil sind Feldtage, Vor-Ort-Demonstrationen, Winterschulungen sowie weitere Formate des Wissenstransfers, um Erfahrungen an die Berufskollegen weiterzugeben.

Die wissenschaftliche Koordination erfolgt durch das Julius Kühn-Institut, Institut für Strategien und Folgenabschätzung. Das JKI organisiert bundesweite Arbeitstreffen und wertet die Ergebnisse überregional aus. Weitere beteiligte Projektregionen sind Brandenburg, Rheinland-Pfalz, Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Sachsen-Anhalt.

Wo liegen die Arbeitsschwerpunkte des Modell- und Demonstrationsvorhabens?

Gemeinsam mit der Projektbetreuerin der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen entwickeln die Betriebe individuelle Strategien zur Optimierung des Integrierten Pflanzenbaus und setzen diese auf ihren Flächen um. Angelehnt an die Ackerbaustrategie 2035 des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat werden dabei Fragestellungen zu mindestens drei der folgenden vier Handlungsfelder auf jedem Betrieb bearbeitet: Kulturpflanzenvielfalt und Fruchtfolge, Pflanzenschutz, Digitalisierung und Biodiversität.

Die Demonstrationsbetriebe haben sich zur engen Zusammenarbeit bereit erklärt, sie bauen ihre Kulturpflanzen nach den Grundsätzen des Integrierten Pflanzenbaus an und erproben digitale Entscheidungshilfen sowie innovative, inklusive nicht-chemischer, Pflanzenschutzverfahren in ihrem Betrieb. Ergänzend werden praktische Monitoringmaßnahmen (z. B. mit Gelbschalen), Bonituren und kleinere Probennahmen im Feld durchgeführt. Elementar für die Bewertung der Maßnahmen sind eine vollständige und zeitnahe Dokumentation aller Arbeitsschritte und die Bereitschaft zur Weitergabe dieser Daten. In Kooperation mit der Biodiversitätsberatung der Landwirtschaftskammer NRW werden Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität umgesetzt.

Praktische Umsetzung und Förderung

Die Demonstrationsbetriebe erhalten fachliche Unterstützung durch die Projektbetreuerin. Die Beratung umfasst unter anderem die Planung und Identifikation betriebsindividueller Optimierungsmöglichkeiten für den Integrierten Pflanzenbau, die Überwachung und Bewertung der Kulturpflanzenbestände, die Nutzung digitaler Entscheidungshilfen sowie die Anwendung der Ackerschlagkartei.

Neben der fachlichen Begleitung erhalten die Betriebe Unterstützung bei der Beantragung und Abrechnung von Fördermitteln beim Projektträger. Förderfähig sind zum Beispiel projektbedingte Mehrkosten alternativer Verfahren sowie anteilige Investitionen im Rahmen der Projektvorgaben.

Weitere Informationen

Aktuelle Informationen zum Modell- und Demonstrationsvorhaben Integrierter Pflanzenbau, Termine zu Feldtagen und weiteren Veranstaltungen sowie Informationen zu den Demonstrationsbetrieben finden Sie auf der Projektwebsite:

www.demonstrationsbetriebe-integrierter-pflanzenbau.de

Ansprechpartnerin

Leonie Milz
Projektbetreuerin Demonstrationsbetriebe Integrierter Pflanzenbau
Landwirtschaftskammer NRW, Pflanzenschutzdienst
Telefon: 0221 5340-460
E-Mail: leonie.milz@maillwk.nrw.de

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