Erschwernisausgleich Pflanzenschutz

Bitte beachten Sie, dass die nachfolgenden Informationen auf Grundlage des aktuellen Richtlinien-Entwurfs gegeben werden. Änderungen sind bis zum Inkrafttreten der endgültigen Richtlinien möglich und werden gegebenenfalls an dieser Stelle bekanntgegeben.


Was wird gefördert?

Das Land Nordrhein-Westfalen gewährt ab diesem Jahr Zuwendungen für den Ausgleich wirtschaftlicher Nachteile aufgrund der besonderen Einschränkungen bei der Verwendung von Pflanzenschutzmitteln in Naturschutzgebieten.

Beihilfefähig ist nach diesem Erschwernisausgleich der in der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung festgelegte Verzicht auf die Anwendung von Herbiziden und bestimmten Insektiziden in Naturschutzgebieten, Nationalparks, Nationalen Naturmonumenten, Naturdenkmälern und gesetzlich geschützten Biotopen im Sinne des § 30 des BNatSchG. Flächen werden berücksichtigt, wenn bis zum 1. Oktober des dem Antrag vorhergehenden Jahres eine rechtskräftige Festlegung des Naturschutzgebietes erfolgt ist.

Eine Ausgleichszahlung wird nur für Ackerflächen und Dauerkulturflächen in Naturschutzgebieten gewährt, wobei diese Flächen produktiv genutzt werden müssen. Bracheflächen oder Dauergrünland sind somit nicht förderfähig, dieses gilt auch für die Landschaftselemente. Als produktiv gilt für den Erschwernisausgleich eine Fläche, die bis zur Ernte nach ortsüblichen Maßstäben gepflegt, beerntet und die Ernte einer Verwertung zugeführt wurde.

Die Betriebsinhaber, für deren Ackerflächen eine Ausnahme von den Verboten der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung im Antragsjahr zugelassen wird, sind von der Ausgleichszahlung ausgeschlossen. Es ist vorgesehen, dass zukünftig Ausnahmeanträge nur noch bis zum 31. März des jeweiligen Antragsjahres gestellt werden können. Hierdurch können die Ausnahmeanträge im Antragsverfahren zum Erschwernisausgleich besser berücksichtigt werden.


Kontrolle und Förderausschluss

Die Antragsteller haben Kontrollen zuzulassen und entsprechend durch geeignete Unterlagen und Auskünfte zu unterstützen. Hierzu zählt auch das Betretungsrecht der Flächen durch die Kontrolleure sowie die Einsichtnahme in betriebliche Unterlagen im Rahmen einer Vor-Ort-Kontrolle. Wird auf einer Fläche des Betriebs ein Verstoß gegen die Vorschriften des § 4 Abs. 1 der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung festgestellt, so wird neben den fachrechtlichen Konsequenzen für alle beantragten Flächen keine Förderung gewährt. Diese Bestimmung gilt jedoch nicht, wenn es vor einer möglichen Bekanntgabe bzw. Durchführung einer Vor-Ort-Kontrolle zu einer Selbstanzeige beim Pflanzenschutzdienst kommt. In diesem Fall wird nur für die Fläche keine Förderung gewährt, auf der der Verstoß stattgefunden hat. Eine weitergehende, gestaffelte Sanktionsregelung kommt nicht zur Anwendung.


Wer wird gefördert?

Den Ausgleich beantragen kann jeder Betriebsinhaber, der eine landwirtschaftliche Tätigkeit auf Flächen ausübt, deren Nutzung landwirtschaftlichen Zwecken dient und der den Betrieb bewirtschaftet. Die beihilfefähigen Flächen müssen in Nordrhein-Westfalen liegen.

Wie hoch ist die Förderung?

  • produktiv genutzte Ackerfläche: voraussichtlich ca. 382,- € / ha
  • produktiv genutzte Dauerkulturen: voraussichtlich ca. 1.527,- € / ha

Die Zuordnung der einzelnen Kulturen zu den zwei Gruppen erfolgt anhand der Flächenangaben im Sammelantrag. Welche Nutzartcodierung aus dem Flächenverzeichnis zu welcher Gruppe gehört, kann hier nachgelesen werden:
Vorläufigen NutzartcodelistePDF-Datei

Bagatellgrenze 200 €


Fristen

Die Frist für die Antragstellung ist identisch mit der Frist für den Sammelantrag.
Terminübersicht


Anträge / Anlagen

Der Antrag muss elektronisch mit ELAN-NRW gestellt werden.

Im ELAN-Antragsverfahren kann die Kulisse „Naturschutzgebiete“ unter „Legende und Einstellungen“ sichtbar gemacht werden. Damit ist es möglich, für jede Fläche zu prüfen, ob sie in einem förderfähigen Gebiet liegt.


Stand: 18.02.2022