FAQ Pflanzenpass


Was ist ein Pflanzenpass?

Der Pflanzenpass ist ein gut erkennbares Etikett für die Verbringung von Pflanzen und Pflanzenerzeugnissen innerhalb des EU Binnenmarktes. Er ist gut sichtbar und deutlich lesbar an der Ware anzubringen.


Wer stellt den Pflanzenpass aus?

Pflanzenpässe werden in der Regel durch den Unternehmer selbst ausgestellt und an der Ware angebracht. Nach den Regeln der Pflanzengesundheitsverordnung 2016/2031/EU (PHR) wird der Unternehmer dazu von seiner zuständigen Pflanzenschutzbehörde ermächtigt. Die Grundlage dafür bildet Artikel 84 PHR.


Dürfen auf dem Etikett weitere Informationen enthalten sein, die nicht zum Pflanzenpass gehören?

Der Pflanzenpass muss entsprechend der Formatvorgaben der Durchführungsverordnung 2017/2313/EU zusammenhängend auf dem Etikett erscheinen. Es dürfen auf demselben Etikettenträger weitere Informationen aufgebracht werden. Diese müssen sich aber deutlich von den Angaben des Pflanzenpasses abgrenzen.


Darf ein ermächtigter Unternehmer Pflanzenpässe für andere ausstellen?

Nein. Ermächtigte Unternehmer stellen ausschließlich Pflanzenpässe für Pflanzen und Pflanzenerzeugnisse aus, für die sie selbst verantwortlich sind. Der Unternehmer darf immer nur seine ihm zugewiesene Registriernummer für die Ausstellung von Pflanzenpässen verwenden.


Welche Größe muss der Pflanzenpass haben?

Es gibt keine maßgenauen Vorgaben für die Größe oder das Format des Pflanzenpasses. Die Angaben im Pflanzenpass müssen in einem rechteckigen oder quadratischen Textfeld angeordnet sein. Sie müssen deutlich von anderen Angaben oder Bildzeichen auf dem gleichen Etikettenträger abgegrenzt sein. Die Abgrenzung durch einen Rahmen ist jedoch nicht vorgeschrieben.

Der Pflanzenpass muss ohne technische Hilfen lesbar sein (damit ist nicht eine als Sehhilfe erforderlich Brille gemeint).

Die Muster für die Gestaltung von Pflanzenpässen sind in der Durchführungsverordnung 2017/2313/EU aufgeführt.


Wo muss der Pflanzenpass angebracht werden?

Der Pflanzenpass muss gut sichtbar und deutlich lesbar an der Handelseinheit (Ware) angebracht werden.


Für welche Warenarten besteht Pflanzenpasspflicht?

Grundsätzlich für alle lebenden Pflanzen und einige Samenarten.

Waren, die in der Liste gemäß Art. 79 genannt werden (wird voraussichtlich erst im Herbst 2019 veröffentlicht). Auf jeden Fall dabei sind:

Pflanzen, die angepflanzt bleiben (z. B. Topfpflanzen), angepflanzt werden (z. B. Edelreiser, Stecklinge, Gewebekulturen) oder wiederangepflanzt werden (z. B. Setzlinge, Zwiebeln, Knollen) unabhängig von der botanischen Art.

Samen von botanischen Arten, die in der Liste aufgeführt sind.


Für welche Waren besteht keine Pflanzenpasspflicht?

Die Ware wird direkt zu dem Endnutzer verbracht.

Endnutzer ist jede Person, die außerhalb ihrer gewerblichen, unternehmerischen oder beruflichen Tätigkeit Pflanzen oder Pflanzenerzeugnisse für den Eigenbedarf erwirbt (z. B. Hobbygärtner) (Artikel 81). Diese Ausnahme gilt nicht für den Fernabsatz und auch nicht für Schutzgebiete.


Wie ist mit Sendungen zu verfahren, die mehrere Pflanzengattungen enthalten? Z.B. Pflanzschalen, Ampeln, Kisten, 6-Trays.

Nach Anhang zur VO 2017/2313, Legende Nr. 2 können auch mehrere botanische Namen auf einem Pflanzenpass aufgeführt werden. Nach Absprache mit der zuständigen Behörde kann bei Gattungen, die derselben Familie angehören, der Familienname angebracht werden.


Wann muss ich einen Pflanzenpass ersetzen?

Bei Aufteilung einer Sendung und Weiterverbringung.

Ein ermächtigter Unternehmer kann einen Pflanzenpass ersetzen, sofern

  •  die Rückverfolgbarkeit gewährleistet ist,
  •  die phytosanitären Anforderungen weiterhin erfüllt sind,
  •  die Wareneigenschaften unverändert sind.

Dann ist keine erneute phytosanitäre Untersuchung der Ware notwendig.

Mögliche Gründe für das Ersetzten von Pflanzenpässen (Beispiele):

  •  Eine Handelseinheit wird in mehrere Handelseinheiten aufgeteilt.
  •  Marketing: Zugekaufte Ware soll mit der eigenen Registriernummer weiterverkauft werden.

Pflanzen werden umgetopft und der Pflanzenpass befand sich auf dem ursprünglichen Topf.


Was muss ich als bereits registrierter Betrieb tun?

Registrierte Betriebe können ihre bisherige Registriernummer weiterverwenden. Sie müssen die Anforderungen des neuen Pflanzenpasses erfüllen. Im Herbst wird Ihnen vom Pflanzenschutz-dienst eine Verpflichtungserklärung nach der neuen Verordnung zugesendet. Diese müssten Sie dann zur Kenntnis nehmen, unterzeichnen und an uns zurücksenden.


Was ist der Rückverfolgbarkeitscode?

Der Rückverfolgbarkeitscode muss im Falle eines Befalls mit einem geregelten Schadorganis-mus gewährleisten, dass der Betrieb der zuständigen Behörde Auskunft geben kann, woher die befallene Ware stammt (Lieferant) und an wen er die evtl. befallene Ware geliefert hat (Abnehmer). Dies ist wichtig, damit die Ansiedelung und weitere Ausbreitung des Krankheitserregers oder Schädlings verhindert werden kann. Der Betrieb kann selber entscheiden wie sich der Code zusammensetzt (z.B. Lieferschein-Nr.). Hauptsache er gewährleistet eine Rückverfolgung der Ware.

Bei Ware, die an den Endverbraucher vorbeireitet ist, ist in der Regel kein Rückverfolgbarkeitscode notwendig. Das Feld hinter „C“ bleibt in dem Fall leer. Ausnahmen von der Befreiung des Rückverfolgbarkeitscodes könnten z.B. Xylella-Wirtspflanzen sein. Eine Liste (Waren mit hohem phytosanitären Risiko) dazu wird die EU im Herbst veröffentlichen.


Ist ein Rückverfolgbarkeitscode auf dem PP nötig im online-Handel direkt an den Privatkunden? Die Ware ist fertig vorbereitet an den Endnutzer.

Die Ausnahme für den Rückverfolgbarkeitscode gilt im Fernhandel genauso, mit Ausnahme einiger Pflanzen die auf einer Liste im Herbst veröffentlicht werden.


Was ist bei „D“ Ursprungsland anzugeben?

Das Land in dem die Ware produziert wurde. Der Ursprung kann sich ändern, wenn phytosanitäre Einflüsse auf die Pflanzen einwirken. Dann ist der Ursprung der Ware das Land, in dem sie weiterkultiviert wurde. Der phyt. Status ändert sich durch einen Bearbeitungs- oder Kulturschritt. Also: Aus unbewurzeltem Steckling wird bewurzelte Jungpflanze, aus bewurzelter Jungpflanze wird Rohware, aus Rohware wird Fertigpflanze. Saatgut behält immer seinen Urspung.


Dürfen alte Etiketten nach dem 14.12.2019 noch aufgebraucht werden?

Nach bisheriger Rechtslage nicht. Die Übergangsfrist gilt nur für bis zum 14.12.2019 ausgestellte Pflanzenpässe, nicht für Restbestände an Etiketten.


Müssen Betriebsteile zusätzlich registriert werden?

Ein Betrieb wir nur einmal bei der zuständigen Behörde registriert. Weitere Betriebsteile sind in Anlage 1 des Registrierungsantrags anzugeben. Liegt ein weiterer Betriebsteil in einem anderen Bundesland oder Mitgliedsstaat ist er dort bei der zuständigen Behörde zu registrieren.


Welche Anlage muss ich ausfüllen?

Für die Registrierung zum Handeln mit passpflichtigen Pflanzen und Pflanzenerzeugnissen innerhalb der EU und Deutschlands füllen Sie Anlage 3 und 5 aus.

Für die Registrierung für den Import von Pflanzen und Pflanzenerzeugnissen Anlage 4, für den Export Anlage 6.

Pflanzen und Pflanzenerzeugnisse, die in den Anlagen nicht genannt sind, fügen Sie in einer gesonderten Anlage auf. Dabei sind nur die Hauptkulturen zu nennen.