Beihilferichtlinien für Schafe

Neben den Entschädigungen zahlt die Tierseuchenkasse Beihilfen. Dabei handelt es sich vorwiegend um Mittel für prophylaktische Maßnahmen der Seuchenverhütung und der Förderung der Tiergesundheit.

Die Tierseuchenkasse gewährt auf der Grundlage der §§ 7 des Ausführungsgesetz zum Tiergesundheitsgesetz und zum Tierische Nebenprodukte-Beseitigungsgesetz (AGTierGesG TiernebG NRW) und 2, 2 a der Verordnung zur Durchführung von Regelungen auf dem Gebiet der Tierseuchenbekämpfung die unten aufgeführten Beihilfen.

Diese sind vereinbar mit der Verordnung (EU) Nr. 702/2014 der Kommission vom 25.06.2014 zur Feststellung der Vereinbarkeit bestimmter Arten von Beihilfen im Agrar- und Forstsektor und in ländlichen Gebieten mit dem Binnenmarkt in Anwendung der Artikel 107 und 108 des Vertrages über die Arbeitsweise der Europäischen Union, Amtsblatt der Europäischen Union, L 193, S. 1

Die Beihilfen werden beschränkt auf kleine und mittlere in der Erzeugung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen tätige Unternehmen im Sinne von Art. 26 Abs. 1 der Verordnung (EU) Nr. 702/2014.

Tierhalter, die die Beihilfen in Anspruch nehmen wollen, müssen zunächst bei der Tierseuchenkasse einen Generalantrag stellen. Liegt ein solcher der Tierseuchenkasse nicht vor, können keine Beihilfen gewährt werden.

Eine Beihilfe ist gemäß Art. 1 Abs. 5 der Verordnung (EU) Nr. 702/2014 ausgeschlossen für Unternehmen, die einer Rückforderungsanforderung aufgrund eines früheren Beschlusses der Europäischen Kommission zur Feststellung der Unzulässigkeit einer Beihilfe und ihrer Unvereinbarkeit mit dem Binnenmarkt nicht nachgekommen sind.

Eine Beihilfe ist gemäß Art. 26 Abs. 12 der Verordnung (EU) Nr. 702/2014 ausgeschlossen in Fällen, in denen festgestellt wird, dass die Tierseuche vom Tierhalter absichtlich oder fahrlässig verursacht wurde.

Eine Beihilfe ist gemäß § 7 Abs. 2 Buchst. b AGTierGesG TiernebG NRW ferner ausgeschlossen für Tiere, die sich zum Zeitpunkt des Todes, der Anordnung der Tötung, der Impfung oder der Maßnahme diagnostischer Art nicht im Geltungsbereich des AGTierGesG TiernebG NRW befunden haben.

Rechtsvorschriften

Beihilferichtlinien für Schafe

IV.1 Brucellose

Beihilfe zu den Kosten der Blutprobenentnahme und der im Rahmen der Untersuchungen erforderlichen Diagnostika in den Untersuchungseinrichtungen zu den Untersuchungen nach § 3 Abs. 3 Brucellose-Verordnung:

Höhe der Beihilfe:

  • Entnahmegebühr in Höhe von 2 € je Schaf über 12 Monate nach Anweisung der zuständigen Behörde
  • Diagnostika entsprechend den aktuellen Marktpreisen

IV.2 Maul- und Klauenseuche (MKS)

1. MKS-Vakzinebank

Beihilfe zu den auf Nordrhein-Westfalen entfallenden Kosten der Einrichtung und Verfügbarhaltung einer MKS-Vakzinebank.

Höhe der Beihilfe

  • Anteil Nordrhein-Westfalen von den Gesamtkosten

2. Impfungen gegen MKS

Beihilfe zu den Gesamtkosten bei angeordneten Impfungen.

Höhe der Beihilfe

  • Impfstoffkosten
  • Impfvergütung nach der Gebührenvereinbarung

3. Untersuchungen wegen MKS

Beihilfe zur den Kosten der Probenentnahmen und der im Rahmen der Untersuchungen erforderlichen Diagnostika in den Untersuchungseinrichtungen wegen MKS (keine Handelsuntersuchungen).

Höhe der Beihilfe:

  • Entnahmegebühr
  • Diagnostika entsprechend den aktuellen Marktpreisen

IV.3 Milzbrand

1. Milzbrandverdacht

Beihilfe für den Verlust von Schafen, die auf Grund eines Milzbrandverdachtes gemaßregelt, verendet und unschädlich beseitigt sind, sofern sich bei der Untersuchung nach § 15 AGTierGesG TierNebG NRW der Verdacht der Seuche nicht bestätigt hat.

Höhe der Beihilfe

  • 80 v. H. des gemeinen Wertes

2. Impfungen gegen Milzbrand

Beihilfe zu den Kosten des Impfstoffes bei angeordneten Impfungen.

Höhe der Beihilfe

  • Impfstoffkosten

IV.4 Scrapie-Resistenz

Beihilfe für die Untersuchung von Zuchttieren (Herdbuch- und Landeszuchttiere) zur Genotypisierung Scrapieresistenter Tiere.

Höhe der Beihilfe:

  • 10 € je Tier

IV.5 Tollwut

Beihilfe für den Verlust von Tieren, die auf Grund eines Tollwutverdachtes gemaßregelt, verendet und unschädlich beseitigt sind, sofern sich bei der Untersuchung nach § 15 AGTierGesG TierNebG NRW der Verdacht der Seuche nicht bestätigt hat.

Höhe der Beihilfe

  • 80 v. H. des gemeinen Wertes

IV.6 TSE

Beihilfe für die Untersuchung von 8.400 Altschafen und -ziegen.

Höhe der Beihilfe

  • Kosten gemäß der allgemeinen Gebührenordnung

Beihilfe für die Untersuchung von allen Schafen in Herden, in denen ein Scrapiefall aufgetreten ist.

Höhe der Beihilfe

  • Kosten der Untersuchung zur Genotypisierung

IV.7 Reinigung, Desinfektion, Entwesung

Reinigung und Desinfektion nach vorgegebenen Standards sowie Entwesung im Rahmen der mit einem Dienstleister abgeschlossenen Vereinbarung bei angeordneten Bestandstötungen

Höhe der Beihilfe

  • Kosten in Höhe der in der Rahmenvereinbarung vereinbarten Tätigkeiten und Beträge

IV.8 Früherkennungssystem bei Schafen

Beihilfe zu den Kosten der weiterführenden Untersuchungen (Labordiagnostik) zur Früherkennung von Bestandsproblematiken.

Höhe der Beihilfe

  • Gebühren der Untersuchungseinrichtungen
  • Diagnostika

IV.9 Q-Fieber

Beihilfe zu den Kosten des Impfstoffes, wenn ein positiver PCR-Nachweis und Klinik im Bestand vorliegen bzw. die Erkrankung von Menschen nachgewiesen wurde oder befürchtet werden muss.

Der zur Zeit auf dem Markt erhältliche Impfstoff ist nur für Rinder und Ziegen zugelassen, nicht aber für Schafe. Daher ist eine Impfung von Schafen nur unter der Voraussetzung möglich, dass der Hoftierarzt bei einem Therapienotstand eine Umwidmung des Impfstoffes vornimmt.

Höhe der Beihilfe:

  • Kosten des Impfstoffes

Hinweis: Die Beihilfe wird unter der Voraussetzung gewährt, dass sich der Tierhalter verpflichtet, seine Tiere mindestens 3 Jahre lang zu impfen und spezifische Hygienemaßnahmen einzuhalten. Nach Unterschreiben der Verpflichtungserklärung können der Tierhalter und sein Hoftierarzt die Beihilfe der Tierseuchenkasse beantragen.

Der Impfstoff kann bei der Tierseuchenkasse abgerufen werden; er wird dem Tierarzt zugesandt. Die Kosten der Impfdurchführung und die sonstigen Kosten der tierärztlichen Leistungen rechnet der Tierarzt mit dem Tierhalter ab; die Tierseuchenkasse rechnet den Impfstoff mit der Firma ab.

IV.10 Maedi

Beihilfe zu den Kosten der Blutprobenentnahme für Schaf- und Ziegenbetriebe, die sich den Richtlinien der CAE- bzw. MAEDI-Bekämpfung der Zuchtverbände NRW angeschlossen haben.

Höhe der Beihilfe:

  • Entnahmegebühr 2 € je Blutprobe

Voraussetzung für den Erhalt der Beihilfe ist die Umsetzung der „Richtlinie der Schafzüchtervereinigung Nordrhein-Westfalen zur freiwilligen Maedi-Sanierung der Schafbestände“ bzw. der „Richtlinie zur freiwilligen Sanierung auf Caprine-Arthritis-Encephalitis (CAE) der kooperierenden Ziegenzuchtverbände“. Gleichzeitig sollten diese Blutproben mindestens einmalig auf Pseudotuberkulose untersucht werden.

Hinweis: die Teilnahme am Sanierungsprogramm muss von den Zuchtverbänden bestätigt werden.

IV.11 Entsorgung von kontaminierten Futtermitteln

Beihilfe für die Entsorgung von kontaminiertem Futtermittel bei Seuchenausbrüchen in Beständen mit Schafen.

Höhe der Beihilfe:

  • Kosten der Entsorgung (Transport und Vernichtung) in tatsächlicher Höhe