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Nichtchemische Verfahren zur Unkrautbekämpfung auf befestigten Flächen

Abflammgerät K 311 F, Firma Reinert
Abflammgerät K 311 F für den Frontanbau von der Firma Reinert

Aktualisierung: April 2010

  1. Thermische Unkrautbekämpfung
    1. Heißer Dampf (Dampfhochdruckverfahren) oder heißes Wasser
      1. Steam Dragon
      2. Waipuna "Heißschaum - System"
      3. Wave, Heißwasser System
      4. ipros HWS-Verfahren
    2. Infrarot - Verfahren
      1. Werner - Infrarotgeräte
      2. Puzzy - Boy
      3. ECOflame Unkrauterhitzer
    3. Abflammverfahren
      1. Abflammgeräte der Firma Voss
      2. Abflammgeräte der Firma Reinert
  2. Mechanische Unkrautbekämpfung
    1. Wildkrautbürsten
      1. Wildkraut-Tellerbürsten der Firma Kersten
      2. Wildkrautbürsten der Agria-Werke
      3. Wildkrautbürsten der Fiedler GmbH
      4. Wildkraut-Hex AS 50 B1/4T von AS-Motor
      5. Voss - Wildkrautputzer
      6. Weitere Hersteller bzw. Vertreiber von Wildkrautbürsten ohne nähere Beschreibung
    2. Zinkenbewehrte Walzen, Stachelrotoren, Wildkrauteggen und ähnliches
      1. Voss - Federzinkenegalisierer
      2. Voss - Wildkrautegge
      3. LIPCO - Wegepflegegerät bzw. Wildkrautentferner
      4. JBM-Doppel-Egalisierrechen-System
      5. Kotzem Hack- und Jätekombination
  3. Unkrautbekämpfung im Haus- und Kleingarten
    1. Geräte für den Haus- und Kleingarten

Hinweise

1. Thermische Unkrautbekämpfung

Die thermischen Unkrautbekämpfungsverfahren eignen sich grundsätzlich für alle Arten von Wegedecken, außer für solche aus Kunststoff bzw. Bitumen.

2. Mechanische Unkrautbekämpfung

Nicht nur durch hohe Temperaturen kann unerwünschter Pflanzenbewuchs auf befestigten Flächen beseitigt werden, es gibt auch verschiedene mechanische Verfahren zu diesem Zweck. Zunächst soll hier das Beseitigen von Wildkraut durch verschiedene Arten von Bürsten und Besen beschrieben werden.

Wildkrautbürsten als rotierende Tellerbürsten bestehen aus gedrehten Stahlzöpfen mit je nach Fabrikat und Einsatzgebiet unterschiedlichen Zopfabständen. Ebenso gibt es Nylon-Stahl Bürsten, solche aus Wellflachdraht oder auch mit reinen Kunststoffborsten.

Für regelmäßige Unterhaltspflege eignen sich auf gepflasterten Flächen eher die weicheren Runddraht- oder auch Wellflachdrahtbürsten. Stahlbürsten mit weiter auseinander stehenden Zöpfen wirken sehr aggressiv und sind eher für die anfängliche Beseitigung von mehrjährig eingewachsenen Unkräutern geeignet. Für besonders empfindliche Bodenbeläge eignen sich am besten Kunststoffborsten.

Walzenbürsten sind ebenfalls mit unterschiedlichen Bürstenmaterialien lieferbar und eignen sich für ebene Flächen mit relativ gleichmäßigem Unkrautbesatz.

Entscheidend für den Bekämpfungserfolg der Bürstensysteme ist ein Behandlungsbeginn im zeitigen Frühjahr, solange die Unkräuter klein und entsprechend empfindlicher sind. Erstmalige Behandlungen von Flächen mit eingewachsener Altverunkrautung sollten bereits im Herbst stattfinden, damit im Folgejahr die Anzahl der notwendigen Behandlungen und damit die Kosten nicht unvertretbar hoch werden.

Im kommunalen Bereich sind handgeführte Geräte mit Wildkrautbesen eher selten im Einsatz, da sie nur für kleinere Flächen wie kleine Parkplätze, Spielplätze, Rinnsteine usw. wirtschaftlich sind. Auf großen zu pflegenden Flächen sollten Ein- und Zweiachsschlepper zum Einsatz kommen. Eine optimale Anpassung der Fahrgeschwindigkeit an Geländebedingungen und Unkrautsituation ermöglicht am besten ein Hydrostatischer Antrieb mit Differentialsperre.

3. Unkrautbekämpfung im Haus- und Kleingarten

Für Hausgartenbesitzer gelten selbstverständlich dieselben gesetzlichen Grundlagen wie für Kommunen und Gewerbetreibende zur Pflege ihrer Grundstücke. Die Anwendung von Unkrautvernichtungsmitteln (Herbiziden) auf Gehwegen, Einfahrten und sonstigen befestigten Flächen ist auch im Privatbereich sowie auf Hof- und Betriebsflächen aufgrund der Abschwemmungsgefahr in Gullys oder Vorfluter und der damit verbundenen Gewässerbelastung verboten. Verstöße können mit Bußgeldern geahndet werden.

Neben den mechanischen Verfahren wie hacken, jäten, Heißwasser mit festem Besen, Hochdruckreiniger, Stahlbürsten und dem Verwenden eines Fugenkratzers bieten einige Firmen auch Kleingeräte zur nichtchemischen Unkrautbekämpfung für den Privatbereich an.

Weitere Tipps zu alternativen Verfahren liefert das Faltblatt "Gewässerschutz geht uns alle an", das Sie unter www.wasser-und-pflanzenschutz.de finden. Informationsmaterial stellt auch der Niersverband unter www.niersverband.de in der Rubrik "Wir über uns, Öffentlichkeitsarbeit, Info-Materialien" zur Verfügung. Hier kann das Faltblatt "Pflanzenschutzmittel - Ein Problem für die Niers und ihre Nebengewässer" heruntergeladen werden.

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