Aus guten Vorsätzen Ziele machen - So gelingt's

"Ich hätte gern mehr Zeit fürs Büro." "Eigentlich müsste ich mal aufräumen." Sicher kennen Sie diese oder ähnliche Wünsche, die immer dann auftauchen, wenn es im Büro kriselt.

Wenn Sie in Ihrem Agrarbüro – oder auch in anderen Arbeitsbereichen Ihres Betriebes - auf Dauer etwas verändern möchten, ist es hilfreich, aus guten Vorsätzen konkrete Ziele zu machen. Während Wünsche, gute Vorsätze oder bloße Absichten wenig Chance haben, jemals in die Tat umgesetzt zu werden, sieht das bei Zielen, die man sich ernsthaft vornimmt, anders aus. Konkrete Ziele sind mehr als gute Vorsätze!

Überlegen Sie möglichst genau, was Sie erreichen möchten und formulieren Sie Ihr Ziel am besten schriftlich. Das ist verbindlicher und motiviert, das angestrebte Ziel auch tatsächlich zu erreichen. Es müssen keine Berichte sein! Nur einige wesentliche Fakten reichen aus, die aber dafür gut durchdacht sind.


Worauf es ankommt, um wirklich von einem konkreten Ziel sprechen zu können, beschreiben wir in drei Punkten und geben zu jedem Punkt ein Beispiel:

1. Ziele sollten realistisch und machbar sein
Ziele werde oftmals nicht erreicht, weil sie einfach zu umfangreich und in der zur Verfügung stehenden Zeit nicht zu schaffen sind. Daher ist es wichtig, die benötigte Zeit richtig einzuschätzen. Setzen Sie sich Ziele, die Sie unter normalen Bedingungen auch tatsächlich erreichen können. Ziele sollten realistisch und machbar sein. Sinn und Zweck der Zielsetzung als Arbeitsmethode ist, dass Sie einen Erfolg verbuchen können, wenn das Ziel erreicht ist. 

Beispiel: Sie möchten Ihre Versicherungsunterlagen ordnen. Sämtliche Versicherungsunterlagen eines landwirtschaftlichen Betriebes zu sichten und neu zu ordnen, ist eine umfangreiche Aufgabe, die in der Regel nicht in einer Stunde erledigt ist. Setzen Sie sich also sich lieber zum Ziel, zunächst einen oder zwei Ordner durchzuarbeiten. Wenn die beiden ersten Ordner geschafft sind, ist Ihr Ziel erreicht. Die schönen neuen Ordner machen Lust, auch die anderen zu ordnen!

2. Ein Ziel sollte positiv und motivierend sein
Ein Ziel sollte positiv formuliert sein. Das heißt, es soll das gewünschte Ergebnis beschreiben, so wie Sie es sich wünschen und vorstellen. Häufig werden Vermeidungsziele formuliert, die beschreiben was nicht sein soll. Mit einem kleinen Test können Sie den Unterschied leicht erkennen. Was stellen Sie sich vor wenn Sie den folgenden Satz lesen? Denken Sie bitte nicht an weiße Mäuse! Woran haben Sie gedacht? Sicher haben Sie an weiße Mäuse gedacht, obwohl die Aufforderung lautete nicht daran zu denken. Das passiert auch, wenn ein Ziel negativ formuliert ist. Sie denken genau daran, was Sie eigentlich nicht wollen. Formulieren Sie dagegen positiv, so haben Sie stets das wünschenswerte Ziel im Unterbewusstsein. Das bringt Zugkraft und motiviert!

Beispiel: Der Schreibtisch soll schön leer sein, damit ich sofort mit der Büroarbeit beginnen kann. Nur Bildschirm, Tastatur und Maus sind noch auf der Arbeitsfläche, der Rest ist wunderbar leer! So lautet die positive Formulierung. Eine negative Formulierung hingegen würde lauten: Auf dem Schreibtisch soll kein Chaos mehr herrschen. Damit beschreiben Sie aber genau den Zustand, den Sie nicht haben wollen und denken automatisch an das Chaos. Besser ist es, wenn sich unser Unterbewusstsein das positive Bild vorstellt. Das motiviert uns, diesen Zustand auch zu erreichen. Und das Aufräumen fällt leichter!

3. Ziele brauchen einen Termin
Für unser Vorhaben benötigen wir einen Zeitrahmen, um einzuschätzen, ob das Ziel auch erreichbar ist. Wenn es keine "Deadline" gibt, haben wir keinen zeitlichen Anhaltspunkt und die überlegte Aufgabe - das Ziel - verliert sich im Arbeitsalltag und wird vielleicht vergessen. Ein Termin ist natürlich auch ein gewisser Druck - keine Frage. Aber die zeitliche Planung macht im Vorfeld deutlich, bis wann das Ziel zu schaffen ist.

Beispiel: Bleiben wir bei den oben genannten Beispielen. Setzen Sie die Aufgabe auf die tägliche To-Do-Liste oder planen Sie sie im Wochenplan - das kann ebenfalls ein Stichwortliste sein - ein. Wichtig dabei ist, den eigenen Terminkalender mit einzubeziehen. Welche Termine habe ich diese Woche? Seminar, Steuerberater, Meldefristen, Rechnungen schreiben... Ist da überhaupt noch Zeit für die Versicherungsordner? Wenn nicht, legen Sie das Projekt lieber in die nächste Woche! Am besten sofort ein Zeitfenster dafür eintragen!

Ja, ich will: Worauf es bei SMARTen Zielen ankommt

„Nur wer sein Ziel kennt, findet den Weg“ (Laotse). Wer kennt dieses Zitat nicht? Soll es uns doch immer wieder deutlich machen, wie wichtig Ziele sind. Sowohl als „großes“ Ziel für das eigene Leben, aber auch als „kleines“ Ziel für das nächste Projekt oder die nächste Arbeitswoche. Was genau macht ein Ziel aus, damit es auch tatsächlich umgesetzt wird?

Fünf ganz bestimmte Merkmale haben sich als hilfreich erwiesen und gelten im (Zeit-)Management als wesentliche Grundlage für erfolgreiches Handeln. SMART ist der Kurzbegriff für die fünf Eigenschaften, die viel bewirken können und uns auf wichtige Gedanken bringen.

S steht für Spezifisch. Was bedeutet das genau? Ähnliche Wörter (Synonyme) verdeutlichen, worum es dabei geht: bezeichnend, charakteristisch, eigen, eindeutig, kennzeichnend, unverkennbar, unverwechselbar und schließlich „sich aus den Eigenschaften einer Sache oder Person ergebend“ (wiktionary.org). Das Ziel sollte also konkret beschrieben, unverkennbar Ihr eigenes und EINDEUTIG sein. Zahlen, Daten und Fakten rund um das Vorhaben machen ein Ziel spezifisch. Zum Beispiel: Ich will den ELAN-Antrag bis spätestens am 06. Mai 2022 mit meinem Berater Bernd Muster besprochen, vollständig ausgefüllt und bei meiner Kreisstelle abschließend eingereicht haben. 

M steht für Messbar. Was soll gemessen werden? Messen ist hier im tatsächlichen Sinne von Abmessen, Ausmessen, Gegenüberstellen und Vergleichen gemeint. Wenn das Ziel erreicht ist, soll gemessen werden können, ob es tatsächlich erreicht wurde. Messen ist immer sehr genau, deshalb muss das Ziel dazu Angaben machen, damit man den Erreichungsgrad später auch messenund den ERFOLG für sich verbuchen kann. Zum Beispiel: Für unsere neue Website will ich bis Ende des kommenden Monats drei Angebote eingeholt haben. Die Zahl 3 ist (neben der Frist Monatsende) der Maßstab.

A steht für Akzeptiert. Wer soll was akzeptieren, anerkennen, bejahen? Die wichtigste Person sind dabei sie selbst. Es ist wichtig für die eigene Motivation, zum gesetzten Ziel JA, ICH WILL zu sagen – ohne Wenn und Aber. Zweifel lähmen eher und es geht nicht voran in Richtung Ziel. Wollen Sie das, was Sie als Ziel sich vorgenommen haben wirklich, ist es wirklich wichtig und von Bedeutung? Häufig wird auch das Wort Attraktiv in der Darstellung der SMART-Methode verwendet. Zum Beispiel: Sie haben sich überlegt, an einem Tages-Seminar teilzunehmen. Fragen Sie sich: Will ich das wirklich? Ist das Seminar das richtige für mich? Will ich den Tag dafür investieren? Was spricht aus meiner Sich dafür und ist für mich wichtig dabei?

R steht für Realistisch. Wirklichkeitsnah ist hier ein passender Ersatzbegriff. Ist das wirklich machbar? Ist mein Vorhaben, nüchtern betrachtet, möglich? Natürlich dürfen Ziele auch anspruchsvoll und herausfordernd sein, aber man sollte tief in sich hineinhorchen, ob es zu einem persönlich, zu seinen eigenen Begabungen und Werten passt und in sich STIMMIG ist. Zum Beispiel: Sie möchten gern einen ganz neuen Betriebszweig entwickeln, in dem Sie Ihre Talente einsetzen und Geld verdienen können. Stellen Sie sich auch hier die Fragen: Wie realistisch ist das? Was sagt meine Familie dazu? Wie sind die Einkommensaussichten? Wie viel Zeit wird benötigt, und wie viel Zeit habe ich zur Verfügung? Größere Ziele sollten von allen Seiten genau betrachtet und abgewogen werden. Ist das Ziel unter den gegebenen Rahmenbedingungen eher eine flüchtige Wunschvorstellung oder realistisch?

T steht für Terminiert. Bis wann soll das Ziel erreicht sein? Ohne eine „Abgabedatum“ besteht die Gefahr des Aufschiebens. Ein Zeitpunkt, an dem das Ziel erreicht sein soll, ist ebenfalls wichtig für die eigene Motivation und für die Messbarkeit. Manchmal ist es schwierig einen ganz genauen Endzeitpunkt mit Datum festzulegen, je nachdem, wie umfangreich das Ziel und der Weg dahin sind. Dennoch sollte ein Ziel immer einen angesteuertenEndpunkt haben, an dem das ZIEL ERREICHT ist. Zum Beispiel: Bis zum Beginn der Sommerferien am 27. Juni 2022 soll der neue Spielplatz eingerichtet sein. Ein Blick in den Terminkalender ist dabei hilfreich. Was steht bis dahin sonst noch an und sollte berücksichtigt werden? 

Tipp: Ist das Ziel erreicht, erlauben Sie sich eine angemessene Belohnung! Oder genießen Sie einfach das Gefühl wieder etwas geschafft - oder geschaffen! - zu haben! Bauen Sie SMART im Ganzen oder auch in Teilen ab heute in Ihre Vorüberlegungen für Ihre kleinen und großen Ziele mit ein! Viel Erfolg!

Tipp: Zum Thema Zeit- und Selbstmanagement gibt es viele interessante Bücher. Fragen sie in Ihrem Buchhandel nach aktueller und spritziger Lektüre oder suchen Sie im Internet. Machen Sie eine Leseprobe, um vorher zu sehen, ob der Stil des Autors Ihren Geschmack trifft. Alternativ: Suchen Sie sich ein passendes Web-Seminar oder Seminar, zum Beispiel bei WiN-Weiterbildung im Netzwerk.